Fremdwährungsreserven steigen auf 230 Mrd. Dollar
Chinas US-Anleihekäufe geben Rätsel auf

China hat knapp 700 Mrd. Dollar an Devisenreserven, die das Land einsetzen kann, um US-Staatsanleihen zu kaufen. Die Treasury-Käufe Chinas sorgen zwar für niedrige Anleiherenditen, für die US-Notenbank wird es jedoch schwerer, über Zinserhöhungen die Hypothekenkredite und Konsumausgaben zu dämpfen.

Bloomberg SINGAPUR. Etwa 60 Prozent der US-Staatsanleihen im Volumen von 1,9 Bill. Dollar, die im Besitz von Ausländern sind, wurden von Investoren in China, Japan, Taiwan, Südkorea, Hongkong und Singapur gekauft, zeigen amtliche US-Zahlen. Die chinesischen Bestände beliefen sich zum 30. April auf 230 Mrd. Dollar, nach 163 Mrd. Dollar ein Jahr zuvor. „Irgendwann ist das nicht mehr zu halten“, sagt Peter Morici, Professor an der Universität Maryland und früherer Chef-Ökonom der amerikanischen internationalen Handelskommission. Die Fremdwährungsreserven Chinas stammen aus Devisenkäufen, um den Yuan, der an den Dollar gekoppelt ist, stabil zu halten. Das zwingt auch andere asiatische Länder zu Währungsinterventionen.

„China ist ein Großteil des Problems“, berichtet Morici. Weil das Reich der Mitte so viel ausländische Devisen und so viele Dollar kaufe, könnten es sich andere Länder nicht leisten, dass ihre Währung an Wert gewinnt. „Sonst würden sie ihr Exportgeschäft an China verlieren.“

Die US-Notenbank hat am 30. Juni zum neunten Mal den Leitzins angehoben auf nun 3,25 Prozent und will die Zinsen weiter „maßvoll“ erhöhen. In einer Rede vor dem Kongress am 16. Februar bezeichnete Greenspan die Lage, dass die Anleiherenditen dennoch sinken, erstmals als „Rätsel“. Am 6. Juni erklärte er auf einer Währungskonferenz in Beijing, die Situation „sei ohne Beispiel“. Die Rendite der zehnjährigen US-Benchmark-Anleihe ist auf 4,05 Prozent gesunken von 4,69 Prozent vor einem Jahr, obwohl die Fed die Zinsen in dem Zeitraum um 2,25 Prozentpunkte angehoben hat.

Eine Anpassung der festen Anbindung der Landeswährung Yuan an den Greenback würde die Dollarmenge senken, die China kaufen muss und so auch die Treasury-Käufe reduzieren. Der Yuan darf gegenwärtig in einer Spanne von 0,3 Prozent um den festen Wechselkurs von 8,3 Yuan je Dollar schwanken. Die chinesische Währung würde in einem Jahr auf 7,867 gegenüber dem Dollar anziehen, wenn sie frei handelbar wäre, zeigen die nicht lieferbaren Terminkontrakte. Das wäre ein Plus von fünf Prozent.

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