Fünf Prozent erwartet
US-Leitzins lässt Kapitalmarktzins bald hinter sich

Die Zinsstruktur in den USA deutet darauf hin, dass die Investoren die langfristigen Aussichten für die Wirtschaft deutlich schlechter einschätzen als die kurzfristigen. Nach den letzten Reden der US–Notenbanker und dem jüngsten Sitzungprotokoll hat sich die Erwartung durchgesetzt, dass die Federal Reserve ihren Leitzins, der mit 4,50 Prozent bereits auf gleicher Höhe mit der Rendite zehnjähriger Staatsanleihen liegt, bis auf fünf Prozent anheben wird.

noh FRANKFURT. Eine Zinsanhebung am 28. März gilt als sicher, eine weitere Anhebung auf fünf Prozent am 10. Mai als sehr wahrscheinlich. Noch vor einem Monat war am Geldmarkt davon ausgegangen worden, dass der Zinserhöhungszyklus bei 4,75 Prozent erst einmal beendet sein werde. Nicht einmal die Rendite der zweijährigen Anleihen erreicht jedoch dieses Niveau. Sie stieg in der letzten Woche moderat um fünf Basispunkte auf 4,72 Prozent. Das bedeutet, dass die Investoren damit rechnen, dass der Leitzins im Durchschnitt der nächsten zwei Jahre unter 4,75 Prozent liegen wird, mithin der Leitzins bald wieder gesenkt werden wird.

Auch die Rendite der zehnjährigen legte leicht um vier Hundertstel auf 4,57 Prozent zu. Der Zinsvorsprung der kurzen Laufzeit über die lange blieb damit mit 15 Hundertsteln im Wochenvergleich etwa konstant.

Im Euroraum engte sich der Zinsvorsprung der Langläufer in der letzten Woche wieder leicht ein, nachdem er sic h zuvor ausgeweitet hatte. Die Rendite der zweijährigen Bundesanleihen legte um zehn Basispunkte auf 2,98 Prozent zu, die der Zehnjährigen um vier auf 3,49 Prozent. Nachdem in der letzten Woche weiterhin gute Konjunkturdaten gemeldet worden waren, sind am Geldmarkt inzwischen drei weitere Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) in diesem Jahr bis auf drei Prozent eingepreist. Dass die EZB am Donnerstag ihren Leitzins auf 2,5 Prozent anheben wird, gilt als sicher.

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