Fusionen und Übernahmen sowie Aktienemissionen in Deutschland enttäuschen
Das Geschäft mit neuen Anleihen bleibt stabil

Die Platzierungen von neuen Anleihen erweisen sich auch in diesem Jahr als Stütze des Investment-Banking. Nach Informationen des Datenanbieters Dealogic wurden in den ersten drei Monaten dieses Jahres in Europa neue Anleihen über 1,3 Bill. Dollar platziert, das sind fünf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

FRANKFURT/M. Die Bereiche Aktienplatzierungen und Fusionen und Übernahmen (M&A) stiegen um 35 bzw. 19 Prozent – insgesamt sind die Volumina mit 123,3 Mrd. bzw. 460,7 Mrd. Dollar inzwischen wieder auf einem attraktiven Niveau. In Deutschland wurden die Anfang 2004 noch hochgeschraubten Erwartungen jedoch enttäuscht.

Im Bondgeschäft hinken lediglich die Emissionen von Industrieunternehmen um etwa ein Drittel hinter den Ergebnissen des Vorjahres hinterher. „Das hat in der Öffentlichkeit zu der verzerrten Wahrnehmung geführt, dass das Bondgeschäft generell nicht so gut läuft, was aber grundlegend falsch ist “, sagt Zia Huque, Leiter des europäischen und asiatischen Anleihe-Syndikats bei der Deutschen Bank. Der Rückgang bei Unternehmensbonds werde durch andere Emissionen kompensiert. Das gelte vor allem für große Häuser, die in allen Bondbereichen breit aufgestellt seien. In den ersten neun Monaten löste Credit Suisse First Boston (CSFB) die Deutsche Bank als größter Konsortialführer bei europäischen Anleiheemissionen ab.

Der Einbruch bei neuen Unternehmensbonds kommt vor allem daher, weil große Emittenten aus dem Telekom-, Auto- oder Versorgerbereich sich mit Mega-Emissionen von drei Mrd. Euro und mehr zurückhalten. Die Firmen setzen verstärkt auf Schuldenabbau und haben keinen großen Refinanzierungsbedarf. Dennoch spiegelt sich die günstige Zeit für Emissionen auch bei Unternehmensbonds wider. Das Renditeniveau ist so niedrig wie im vergangen Jahr, und die Renditeaufschläge, die Investoren für das höhere Risiko von Unternehmens- im Vergleich zu Staatsbonds fordern, sind so gering wie seit Jahren nicht.

Das führt dazu, dass viele Unternehmen – wie der regionale Versorger EWE oder der Kaffeeröster Tchibo – erstmals den Bondmarkt zur Refinanzierung nutzen wollen. Ein weiterer Trend in diesem Jahr sind Rückkäufe von Unternehmensbonds bei gleichzeitiger Emission von länger laufenden Anleihen. Solche Deals gab es in diesem Jahr von RWE, Siemens und KPN – einen ähnlichen Tausch kündigte gestern die Metro an. Beträchtliche Steigerungen verzeichnet auch das Emissionsgeschäft mit Unternehmen, die von den Ratingagenturen als spekulative Schuldner eingestuft werden. Gestern begab der britische Stahlkonzern Corus einen High-Yield-Bond, erwartet werden Emissionen von ATU Autoteile Unger und vom Autozulieferer Dynamit Nobel.

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