Gefahr für Banken
Moody's warnt vor Schuldenproblem in China

Die chinesischen Regionalregierungen sind nach Einschätzung der Ratingagentur Moody's deutlich höher verschuldet als bislang angenommen. Für die Banken des Landes könnte das zu einem ernsten Problem werden.
  • 9

PekingDie chinesischen Regionalregierungen sind nach Einschätzung der Ratingagentur Moody's deutlich höher verschuldet als bislang angenommen Moody's teilte am Dienstag mit, die Schulden der öffentlichen Hand in den Provinzen falle um 3,5 Billionen Yuan (umgerechnet rund 370 Milliarden Euro) höher aus als offiziell geschätzt.

Den Banken, die mit großen Summen bei den Behörden engagiert seien, könnten damit Milliardenverluste ins Haus stehen, die wiederum zu einem Verlust an Kreditwürdigkeit führen könnten. Die Mitteilung von Moody's belastete Banken-Aktien. Sie zählten zu den größten Verlierern im Hang-Send-Index.

Die chinesischen Provinzregierungen haben in den vergangenen Jahren große Summen in Konjunkturmaßnahmen investiert. Das Problem: Die Programme waren zum Großteil kreditfinanziert. Nach Angaben von Bloomberg schulden die lokalen Verwaltungen den Banken des Landes insgesamt mehr als eine Billion Euro.

Die zusätzlichen Schulden, die Moody's jetzt nach Vergleich der Schätzungen der chinesischen Bankenregulierung mit den offiziellen Daten der nationalen Prüfungsbehörde NAO. Letztere habe die Kredite womöglich aus ihren Zahlen rausgelassen, weil sie diese nicht als echte Forderungen gegenüber den Regionalregierungen gesehen habe.

Mit Blick auf die Qualität der Kredite könnte dies allerdings ein Warnsignal sein: "Sehr wahrscheinlich sind sie unzureichend dokumentiert und bergen damit das größte Ausfallrisiko", erklärt Moody's-Analystin Yvonne Zhang.

Seite 1:

Moody's warnt vor Schuldenproblem in China

Seite 2:

Krisenszenario wird wahrscheinlicher

Kommentare zu " Gefahr für Banken: Moody's warnt vor Schuldenproblem in China"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Diese roten Gauner bilden sich auch ein, die geldpolitik zum erreichen höheren wachstums benutzen zu können, ohne den Preis dafür zu bezahlen. Jetzt ists aus mit dem fortgesetzten konjunktursponsoring, jetzt wird die harte landung kommen. Gut so ! soll es die bevölkerung nur sehen, was ihre geliebte partei angerührt hat. Nix mehr jubelwachstum beim verherrlichten wachstums-wunderknaben ! und das auf jahre hinaus. ja da wird der deutsche Jubelexport wohl leicht ins stocken geraten, denn die großartigen "emerging markets" werden nicht mehr soviel bestellen.

  • Irgendwann ist auch der Höheflug von China gestoppt und dieses wir kaufen uns heute in EU ein und dann wird sich erst die ganze Bannbreite dieser Aktion zeigen bzw. was dahinter steckt.

    Auf der Strecke bleiben die Umwelt und die vielfältigen Flora und Faunagebiete samt der Bevölkerung, die sich darin befindet, das Hinterland von China, wer kennt das schon, und von der Müllproblematik mal ganz zu schweigen.

    Hier bahnt sich etwas an, was vielleicht eines Tages zum Weltproblem werden könnte. Crasht China, dann gerät wohl die ganze Weltwirtschaft und Finanzbusiness aus den Fugen und hier sollte doch entgegengewirkt werden.

  • Yuan, nicht Yen, nehme ich an.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%