Geldanlage in der Schuldenkrise
Sicherheit statt Rendite

Bei einer Rezession heißt die oberste Priorität für Anleger Kapitalerhalt. Warum sich die Anleger auf deutsche Staatsanleihen stürzen - obwohl sie nur noch Mini-Zinsen abwerfen.
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FrankfurtExperten für Staatsanleihen kommen mitunter geradezu zynisch daher. Was für jeden Normalsterblichen der blanke Horror ist, beschreiben die Geld- und Kapitalmarktexperten der Landesbank Baden-Württemberg in wenigen Worten als „Best-Case-Szenario“ für deutsche Bundesanleihen: „Die Schuldenkrise im Euro-Raum und in den USA eskaliert weiter, die Solidarität in der Europäischen Währungsunion bröckelt. Erneute Rezession.“ Immerhin 35 Prozent Wahrscheinlichkeit messen sie diesem Szenario zu, und die Empfehlung für diesen Fall ist klar: Bundesanleihen kaufen.

Verwunderlich ist das nicht, denn in der Geschichte der Bundesrepublik flohen Anleger stets in Bundesanleihen, wenn sich Wirtschaftskrisen abzeichneten. Anschließend gab es zwar auch immer Gegenbewegungen mit fallenden Kursen und steigenden Renditen. Fest steht aber:  Unter dem Strich gehen die Bund-Renditen seit gut 30 Jahren zurück. Von knapp elf Prozent, die Investoren noch Anfang der 80er-Jahre für zehnjährige deutsche Bundesanleihen bekamen – damals lag auch die Inflation bei knapp sieben Prozent – ist die Rendite bis Mitte September dieses Jahres auf ein historisches Tief von 1,64 Prozent gefallen. Seither ist sie zwar leicht gestiegen, liegt aber immer noch unter zwei Prozent. Und Bundesanleihen mit zwei Jahren Laufzeit werfen aktuell ein halbes Prozent Rendite ab und damit ebenfalls historisch wenig.

Wer jetzt Bundesanleihen kauft, wird folglich nicht einmal für die Inflation entschädigt, die zuletzt in Deutschland bei 2,5 Prozent lag. Für Lazlo Belgrado, Leiter des Anleihebereichs bei der Fondsgesellschaft KBC, ist deshalb klar: „Bundesanleihen sind nur noch ein gutes Investment, wenn es tatsächlich zu einer Rezession kommt. In diesem Fall werden Bundesanleihen zu den Anlagen mit einem starken Ertrag gehören.“ Dabei ist das Potenzial angesichts der schon niedrigen Renditen zwar begrenzt. Aber: Wenn die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe auf ein Prozent und damit das Niveau zehnjähriger japanischer Staatsbonds sinken würde, brächte das Anlegern neben den Zinsen einen Kursgewinn von fast sieben Prozent.

Kommentare zu " Geldanlage in der Schuldenkrise: Sicherheit statt Rendite"

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  • Der Unterschied ist,dass sich Japan in JPY verschuldet hat und nicht in einer Fremdwährung.Wir haben schulden in Dollar und CHF

  • Selbst das dümmste Schaf sollte doch so langsam mal den Ponzi-Schrott durchschaut haben.
    50 % Hardware in Gold, 30 % in qualitäts- und substanzstarken, robusten Aktien. Der Rest mal in Cash und mal zum spielen in lukrativen Sondersituationen an der Börse platziert, scheint mir dagegen sinnvoller zu sein.
    Zum Glück, kann man ja sowohl Gold als auch Aktien heutzutage beleihen, und damit seinen Einsatz hebeln !

  • Wie wird man ein Vermögen los?
    am schönsten mit Frauen,
    am schnellsten im Casino,
    am sichersten mit Staatsanleihen!

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