Geldanlage Rally bei US-Unternehmensanleihen vor dem Ende

Der Norwegische Staatsfonds ist der größte der Welt. Die Zinsexperten des Fonds erklären nun die Rally bei US-Firmen-Bonds für beendet. Wie Anleger mit Unternehmensanleihen noch gute Renditen erzielen.
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Die Skyline von New York: US-Firmenbonds haben keinen Krisenbomus mehr. Quelle: dpa

Die Skyline von New York: US-Firmenbonds haben keinen Krisenbomus mehr.

(Foto: dpa)

Die Rally bei Anleihen von US-Unternehmen steht nach Ansicht des weltgrößten Staatsfonds wohl vor dem Ende. „Bei amerikanischen Unternehmens-Bonds aus dem Bereich Investment Grade beobachten wir, dass der Spread um die hundert Basispunkte liegt. Das ist nahezu genauso gering wie vor der Finanzkrise, sagte Ole Christian Froeseth, Chef für festverzinsliche Anlagen bei dem Norwegischen Staatsfonds. „Es lässt sich argumentieren, dass es bei diesem Spread nicht mehr viel Spielraum gibt.

Hochwertige US-Unternehmens-Anleihen rentierten noch am Mittwoch vergangenen Woche 111 Basispunkte über US-Staats-Bonds mit vergleichbarer Laufzeit. Der Spread ist demnach nur noch 33 Basispunkte von seinem Allzeittief aus dem Jahre 2005 entfernt. Zum Vergleich: Ende des Jahres 2008 lag der Spread laut Bank of America Merrill Lynch noch bei einem Rekordstand von 656 Basispunkten.

Im vergangenen Quartal hatte der Staatsfonds nach eigenen Angaben mit seinem Portfolio an Unternehmens-Anleihen einen Ertrag von rund zwei Prozent erzielt. Von Firmen in den USA begebene Bonds brachten „einen negativen Beitrag zum relativen Ertrag“, wie der Fonds mitteilte.

Es gebe „noch immer Wert“ als langfristiger Investor, sagt Froeseth. „Aber die Herausforderung besteht darin, dass der Aufschlag nicht mehr so groß ist. Und es stellt sich die Frage, ob es einen besseren Zeitpunkt gibt, um diese Unternehmens-Anleihen in der Zukunft zu kaufen.”

Langfristige Anleger schauen auf den alten Kontinent. Europäische Unternehmensanleihen mit Fälligkeit in zehn Jahren oder später entwickeln sich bereits seit drei Monaten besser als vergleichbare Papiere aus den USA. Laut Bank of America Merrill Lynch brachten auf Euro lautende Anleihen mit Investment-Grade-Rating und Fälligkeit in zehn Jahren oder später dieses Jahr 14,4 Prozent Ertrag. In den USA waren es 13 Prozent.

„Schlechte Wirtschaftsdaten sind gut für Anleihen“, erklärt Kreditstratege Ben Bennett von Legal & General in London. „Wir haben niedriges Wachstum, niedrige Inflation und geringe Investitionen. Das bedeutet, dass die lockere Geldpolitik noch länger anhalten wird.“ Bennett bevorzugt derzeit deutsche Bundesanleihen vor Unternehmenstiteln.

Die Erholung im Euroraum stockte im zweiten Quartal, nachdem die drei größten Volkswirtschaften - Deutschland, Frankreich und Italien - kein Wachstum zeigten. Die Inflation sank im Juli auf 0,4 Prozent und verfehlte damit das Ziel der Europäischen Zentralbank von knapp unter zwei Prozent. Zugleich wächst in Spanien und Portugal das Deflationsrisiko.

Rekordniedrige Leitzinsen der Zentralbanken drücken die kurzfristigen Kreditkosten. Auf der Suche nach Rendite sind Anleiheinvestoren gezwungen, länger laufende Papiere oder Titel von Emittenten mit schlechterem Rating ins Portfolio zu nehmen.

  • Bloomberg
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