Geldmangel droht
Rettungsschirm für Portugal immer wahrscheinlicher

Gestern hatte S&P Portugal heruntergestuft, heute droht Fitch mit einem ähnlichen Schritt und empfiehlt Hilfe vom Rettungsschirm. Nach neusten Schätzungen dürften die Portugiesen bald keine andere Wahl mehr haben.
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FrankfurtDie Ratingagentur Fitch hat Portugal eine rasche Flucht unter den Euro-Rettungsschirm nahegelegt. Die Inanspruchnahme der Finanzhilfen von EU und IWF würde die Glaubwürdigkeit der Reformbemühungen in Sachen Haushaltskonsolidierung stärken, sagten die Bonitätswächter. Sollte das Land die Hilfe von außen weiter verschmähen, drohe bereits kurzfristig eine weitere Herabstufung der Bonität, warnte die Rating-Agentur.

Der für Schuldenstaaten bereitstehende vorläufige Rettungsschirm wird ab Mitte 2013 von einem permanenten Rettungsmechanismus abgelöst. Der jüngst vereinbarte Schutzschirm ESM ist laut Fitch allerdings ein zweischneidiges Schwert. Er erhöhe kurzfristig sogar das Risiko, dass Schuldenstaaten in der Peripherie der Eurozone zahlungsunfähig werden könnten. Solange die Zahlungsfähigkeit dieser Staaten bezweifelt werde, sei die spezielle Konstruktion des permanenten Euro-Rettungsfonds geeignet, diese Befürchtungen noch zu erhöhen. Wenn der Fonds ab Juli 2013 als Großgläubiger fungiere und die privaten Gläubiger in die „Lastenverteilung“ mit einbezogen werden sollten, könne dies die Furcht des Marktes vor einer Umschuldung steigern: „Dies schließt die derzeit ausstehenden Schulden mit ein“. Langfristig biete der ESM jedoch eine „effektive Basis“ für eine Lösung des Problems, räumte Fitch ein.

Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten sich am Freitag auf die Ausgestaltung des ESM geeinigt. Er soll über eine effektive Kreditsumme von 500 Milliarden Euro verfügen und kann für Euro-Staaten in Finanznot zu günstigen Bedingungen am Kapitalmarkt Geld aufnehmen und dies als Kredit weiterreichen. Das Ausmaß der Beteiligung der privaten Staatsanleihebesitzer an den Rettungskosten richtet sich danach, ob die Verschuldung des Landes auf Dauer tragbar ist oder nicht. Ist ein Staat nicht mehr in der Lage, seine Schulden zu bedienen, muss er in Verhandlungen über einen Forderungsverzicht eintreten. Für die meisten bisher begebenen Staatsanleihen gibt es hingegen derzeit kein geregeltes Verfahren für eine eventuelle Umschuldung.

Bereits gestern hatte S&P die Hoffnung für Portugal aufgegeben und das Rating für die Staatsanleihen des südeuropäischen Landes auf die Note BBB gesenkt. Die Agentur hält es für wahrscheinlich, dass Portugal ab Mitte 2013 Kredithilfen aus dem Rettungsschirm beantragen müssen wird. Doch möglicherweise ist das Land schon viel früher auf Hilfe angewiesen.

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Bis Juni braucht Portugal 9 Milliarden Euro

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  • Wann kommt der Rettungsschirm fuer die USA? Verschuldung zum BSP aehnlich hoch wie Griechenland mit dem Unterschied: die USA haben noch nicht einmal eine Zentralbank, sondern einen Kassenverein und ein Gelddruckerei!! MFG Claus-Peter

  • Liebes Handelsblatt, bitte nicht auf den Betrug der Politik hereinfallen und bei der Wahrheit bleiben: es gibt keinen "Rettungs"schirm. Alles was es gibt, sind als Kreditanstalten getarnte Transfermchanismen zur Ausführung von Insolvenzverschleppungen (u.a. Banken). Das kann man sinnvoll finden oder nicht aber das sind die Tatsachen.

  • wo ist unser rettungsschirm?

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