Gemeinschafts-Anleihe
Norwegen testet den Jumbo-Markt

Norwegische Sparkassen trotzen dem schwierigen Umfeld am Markt für Pfandbriefe und pfandbriefähnliche Covered Bonds. Am Montag begaben 23 norwegische Sparkassen unter der Emissionsplattform „Sparebank 1 Boligkreditt“ einen mit Hypotheken gedeckten Covered Bond über 1,5 Mrd. Euro.

FRANKFURT. Dafür bekamen die Konsortialführer Danske Bank, Dresdner Kleinwort, HSBC und Merrill Lynch in wenigen Stunden Kaufaufträge über 3,3 Mrd. Euro. „Die Transaktion ist ein Erfolg, aber noch kein Lackmustest für den gesamten Jumbo-Markt“, urteilt Leef Dierks, Stratege für Covered Bonds bei Barclays Capital. Sie zeige aber auch, dass Investoren Emissionsprämien verlangten.

Die Liquiditätskrise an den Kapitalmärkten hat in den vergangenen Wochen auch den Markt für Covered Bonds unter Druck gebracht. Fachleute sprechen von noch nie da gewesenen Turbulenzen. Die Risikoaufschläge – vor allem von britischen und spanischen Jumbos – stiegen deutlich. Im Handel erhöhten die als Market Maker agierenden Banken die Spannen zwischen An- und Verkaufskursen für Jumbos, also Papiere mit einem Mindestvolumen von einer Mrd. Euro. Zudem fehlten Investoren.

Die große Nachfrage nach dem Debüt-Jumbo von „Sparebank“ sei auf mehrere Faktoren zurückzuführen, meint Analyst Dierks. Zum einen seien Investoren an „unverbrauchten Namen“ sprich neuen Emittenten interessiert. Über diese könnten sie ihr Portfolio diversifizieren und hätten zudem Kreditlinien offen. Zudem hätten sich skandinavische Covered Bonds in der aktuellen Krise vergleichsweise gut gehalten, und die Emission sei offensichtlich gut vorbereitet gewesen. Wichtig sei jetzt, dass sich der Jumbo im Handel gut entwickle.

Die sorgfältige Vorbereitung nannten auch die Konsortialführer im aktuellen Umfeld besonders wichtig. Die Emission sei schon Anfang September offiziell angekündigt worden, und auch nach der Roadshow hätten die Vertreter von „Sparebank“ ständig den Kontakt zu Investoren gehalten.

Der Jumbo der Norweger ist mit einem Pool von privaten Wohnungsbaudarlehen gedeckt, aus denen sich die Zins- und Tilgungszahlungen speisen. Dabei dürfen nur Kredite in Deckung genommen werden, die in den vergangenen zwölf Monaten pünktlich bedient wurden. Die Ratingagenturen Moody’s und Fitch vergeben für die Emission das Best-Rating Dreifach-A. „Sparebank“ will pro Jahr mindestens einen Jumbo begeben; das Emissionsprogramm hat ein Volumen von zehn Mrd. Euro.

Der Jumbo wird in drei Jahren fällig und wurde mit einem Risikoaufschlag von vier Basispunkten über dem Swap-Satz gepreist. Der dreijährige Swap-Satz zum Tausch fester gegen variable Zinsen lag gestern bei rund 4,5 Prozent. Die britischen Baufinanzierer HBOS und Nationwide mussten Anfang September Aufschläge von fünf und 15 Basispunkten für Emissionen zählen. Investoren warten laut Händlern jetzt auf weitere neue britische und spanische Jumbos um zu sehen, wo der Markt steht.

Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin
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