Generelle Wende am Anleihemarkt
Charttechnik signalisiert für Anleihen nichts Gutes

Im Zuge des jüngsten Anstiegs am Rentenmarkt hat die 10-jährige Bundesanleihe die Seitwärtsspanne verlassen. Der Bruch des langfristigen Trends ist ein Anzeichen für eine generelle Wende, so dass ein Wiedersehen mit den Tiefständen aus 2005 sehr unwahrscheinlich ist.

DÜSSELDORF. Anleger am deutschen Rentenmarkt standen lange auf der Sonnenseite. Fallende Renditen im zehnjährigen Laufzeitsegment in den Jahren 2000 bis 2005 brachten eine signifikante positive Performance. Seit dem Fall auf ein historisches Tief bei rund 3 Prozent im Jahr 2005 steigt die Rendite jedoch wieder. Im Rahmen des ersten Aufwärtsimpulses stieg die Rendite auf 4,15 Prozent im dritten Quartal 2006. Dann kam eine längere Seitwärtsbewegung. Im Zuge des jüngsten Anstiegs gelang jedoch der Ausbruch aus dieser Handelsspanne nach oben, so dass es sich bei der Seitwärtsbewegung wohl lediglich um eine Konsolidierung im intakten Aufwärtstrend handelte.

Die eigentliche Tragweite des jüngsten Impulses offenbart sich indes erst bei einem Blick auf den langfristigen Renditechart. Im Rahmen der Bewegung wurde nämlich nicht nur die Konsolidierung abgeschlossen, sondern auch der langfristige, seit 1995 dominierende Abwärtstrend überwunden. Zudem konnte eine gewaltige Schulter-Kopf-Schulter-Umkehrformation komplettiert werden.

Der Bruch des langfristigen Trends ist als Anzeichen dafür zu werten, dass es zu einer generellen Wende gekommen ist, so dass ein Wiedersehen mit den Tiefständen aus 2005 sehr unwahrscheinlich ist. Die gleichzeitige Ausprägung der Umkehrformation weist in die gleiche Richtung. Zudem kann aus letzterer ein rechnerisches Kursziel von rund 5,25 Prozent abgeleitet werden.

Auf dem Weg in diese Region lassen sich jedoch noch einige nicht zu unterschätzende Hürden ausmachen. Zunächst wartet bei 4,25 Prozent eine horizontale Zone, die aus den Hochständen der letzten Tage resultiert. Ein Anstieg über diese Marken dürfte sich als Katalysator für einen weiteren Auftrieb erweisen. Größere Widerstände liegen danach erst wieder bei rund 4,5 Prozent. Danach wartet die nächste ernsthafte Haltezone erst knapp oberhalb der Fünfprozentmarke.

Damit spricht derzeit einiges dafür, dass sich der Aufwärtstrend der Renditen fortsetzt.

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