Geplante Anleihe
Apple will den Kapitalmarkt anzapfen

Apple will den Kapitalmarkt anzapfen, um seine Versprechen an die Aktionäre einzulösen. Nach US-Medienberichten ist nun der Startschuss gefallen. Beteiligt an dem spektakulären Deal ist demnach auch die Deutsche Bank.
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New YorkApple macht Ernst mit seinem Plan, erstmals in 17 Jahren den Kapitalmarkt anzuzapfen. Der Technologiekonzern hat am Montag den Startschuss für eine der spektakulärsten Anleihe-Aktionen des Jahres gegeben, wie aus einem Dokument an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht.
Zugleich begannen die Investmenthäuser Deutsche Bank und Goldman Sachs am Montag damit, im Auftrag von Apple Telefonkonferenzen mit Investoren zu organisieren, wie die Finanznachrichtenagenturen Bloomberg und Reuters berichteten.

Die beiden Banken beraten demnach den Konzern aus Kalifornien federführend bei den geplanten Anleihen. Laut Bloomberg begleitet Goldman Apple bereits seit einigen Jahren, die Deutsche Bank wiederum hatte dem Konzern bei der Übernahme von Next Computer im Jahr 1997 geholfen.

Weder die Deutsche Bank noch Goldman wollten sich gegenüber den US-Medien zu den Berichten äußern. Auch ein Apple-Sprecher kommentierte den Vorgang nicht und ließ offen, wann und in welcher Höhe die Anleihen platziert werden sollen.

In der vergangenen Woche hatte Apple angekündigt, demnächst am Markt Schulden aufnehmen zu wollen. Der Plan hatte überrascht, schließlich ist der erfolgsverwöhnte Hersteller von iPhones, iPads und iPods bislang schuldenfrei und sitzt auf einem Cash-Berg von 145 Milliarden Dollar.

Davon sind jedoch laut Schätzungen von Analysten nur rund 45 Milliarden direkt verfügbar – der Rest befindet sich im Ausland und wäre nur mit einem beträchtlichen Steuersatz in die USA zurückzuholen, wie Finanzvorstand Peter Oppenheimer vergangene Woche bei der Vorlage der Quartalszahlen erklärte.

Deshalb ist es für Apple günstiger, sich das fehlende Geld zu leihen – vor allem auch in Zeiten niedriger Zinsen. Der Konzern benötigt rund 100 Milliarden Dollar, um die versprochene Erhöhung der Dividende und das geplante Aktien-Rückkaufprogramm zu finanzieren. Dazu hatten Aktionäre Apple-Chef Tim Cook schon lange gedrängt.

Einige Experten erwarten nun, dass sich Investoren um eine Apple-Anleihe reißen würden. „Wir würden wahrscheinlich zuschlagen“, sagte Matt Brill, Portfolio-Manager bei ING Investment Management, dem „Wall Street Journal“. Apple begebe zum ersten Mal Anleihen, außerdem sei es eine „sehr starke Marke“.

Der Konzern verpasste zuletzt allerdings knapp die Bestnoten der Ratingagenturen, nachdem sich das rapide Wachstum abgekühlt hatte. Im vergangenen Quartal war der Gewinn erstmals seit zehn Jahren zurückgegangen. Zudem war in den vergangenen Monaten der Aktienkurs abgestürzt, von mehr als 700 Dollar auf zuletzt unter 400 Dollar. Am Montagnachmittag lag das Papier knapp vier Prozent im Plus bei 432 Dollar.

Nils Rüdel
Nils Rüdel
Handelsblatt / Deskchef Politik

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  • "Nur dumme Menschen" verwechseln Revolution mit Innovation. Microsoft kam nach Apple mit Windows und erst mit V 3.11 war es vergleichbar. Das "Bildchenverschieben" fand man nicht toll. Das iPhone wurde von Nokia etc. nur als Spielerei belächelt (wir kennen das Ergebnis), das iPad fand man nutzlos und MS meinte man brauche sowas nicht. Komisch, jetzt soll es eine logische Evolution gewesen sein.

  • Der_ewige_Spekulant scheint sich ja richtig auszukennen im Business... wahrscheinlich hält er Nokia-Akien ;-)

  • @thinkdifferent

    Die Idee mit der Benutzeroberfläche/Icons haben sowohl Steve Jobs als auch Bill Gates bei Xerox Parc geklaut
    und dann in den 90-ern nachgebaut.

    Insofern basieren Windows/Mac OS auf einem Ideenklau.
    Gäbe es damals das heutige aufgeblähte Patentrecht, dann wäre Xerox Parc das Apple von heute.

    Insofern hat es mich immer wieder gewundert wie brutal Apple gegen Konkurrenz vorgegangen ist, die irgendwas kopiert hat.

    Insofern tut es mir überhaupt nicht leid, dass Steve Jobs gestorben ist. Er hat nur den Ideenklau revolutioniert. Iphone-ähnliche Devices gab es spätestens seit dem Game-Boy. Die Entwicklung bei der Halbleitertechnologie hat dann sogar ERZWUNGEN, dass PC's immer kleiner wurden.


    Viele Menschen bejubeln Apple. Aber in Wirklichkeit sind diese Menschen einfach nur dumm. Denn das IPhone war keine Revolution. Nur dumme Menschen glauben, dass IPhone eine Revolution war. IPhone ist lediglich eine Evolution.

    Ein Fusionsreaktor ist eine Revolution oder ein Quantenrechner. Weil die absolut anders funktionieren als Kernreaktoren bzw. Digitalrechner.

    Aber einen PC in einen Game-Boy zu klatschen ist definitiv keine Revolution.

    Und ja. Die Benutzerobefläche/Icons bei PC's war eine Revolution. Kam aber von Xerox Parc.

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