German Pellets
Asche zu Asche

Trauriges Treffen: In Schwerin versammeln sich erstmals die Gläubiger der Pleitefirma German Pellets. Ein Papier aus der Insolvenzakte legt nahe, was mit ihrem Geld geschehen ist.
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Schwerin/WismarEin Werktag im mecklenburgischen Wismar im vergangenen Frühjahr. Der Brief von der großen Privatbank aus Frankfurt bringt die Gewissheit: Die Geduld der Kreditgeber ist zu Ende. Rund 30 Millionen Euro stellt das Geldhaus fällig. Damit ist die Pleite des Brennstoffherstellers German Pellets praktisch nicht mehr abzuwenden. Firmengründer Peter Leibold bleibt nur noch der Gang zum Amtsgericht. Am 10. Februar meldet der Geschäftsführer Insolvenz an. Die erhoffte Sanierung in Eigenverwaltung lehnt die Richterin ab. Danach hat in der Zentrale an der Ostsee nur noch eine das Sagen: Insolvenzverwalterin Bettina Schmudde.

An diesem Dienstag tritt Schmudde in Schwerin erstmals den Menschen gegenüber, die der German Pellets GmbH und Gründer Leibold ihre Ersparnisse anvertraut haben. Oder sollte man sagen: die auf Leibold hereingefallen sind? Insgesamt 270 Millionen Euro hat der gelernte Industriekaufmann von rund 17.000 deutschen Anlegern eingesammelt.

Das meiste Geld gaben ihm die Investoren mittels dreier Anleihen, für die er 7,25 Prozent Zinsen in Aussicht stellte. Eine vierte Anlegergruppe zahlte für Genussrechte. In einem seiner Werbevideos lobte Leibold sein Unternehmen, das „wie ganz wenige andere Ökologie und Ökonomie verbindet“. Der Clip steht noch immer im Internet.

Doch bei den insgesamt vier Gläubigerversammlungen im Laufe der Woche in der Schweriner Kongress- und Sporthalle wird Leibold wohl nicht auftreten, hieß es am Montag aus Wismar. Dabei hätten die Anleger durchaus eine Reihe von Fragen an ihn. So mussten die Sparer in den vergangenen Monaten bereits erfahren, dass ein großer Teil ihres Geldes über eine Stiftung als Eigenkapital bei zwei US-Produktionsfirmen gelandet ist. Ein Papier aus der Insolvenzakte enthält dazu eine Reihe pikanter Details.

Demnach hatte German Pellets am Tag der Insolvenzanmeldung offene Forderungen von rund 168,5 Millionen Euro. Allein mehr als 82 Millionen Euro davon entfielen auf Darlehen an die von der Familie Leibold kontrollierte Pele Holding in Wien. Fast 47 Millionen Euro wanderten an eine Firma mit dem Namen IPBG Pellets Beteiligungs GmbH, laut Registerdaten eine 100-prozentige Tochter der Pele Holding. 29 Millionen Euro sind dem Ofenbauer Kago zugeordnet, der ebenfalls Insolvenz angemeldet hat. Und 2,4 Millionen Euro sind direkt als „Gesellschafterdarlehen“ an Leibold und seine Frau gekennzeichnet.

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Ein Ex-Manager packt aus

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Ein Mix aus AKW, Öl, Gas & Kohle ist das einzig Gescheite.
    Gutmenschen, GRÜNE & Teddybärenwerfer vielleicht noch mit hinzu nehmen.

  • Halb Rumänien haben die schon abgehackt, wie gut daß man mit Holz umweltschonend heizt. Das beruhigt den Gutmensch, wenn es auch umweltfreundlich stinkt von der See bis zu den Alpen.

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