German Pellets
Weiteres US-Werk in Schieflage

Neuer Schock für Anleger des insolventen Brennstoffherstellers German Pellets: Nach dem Werk in Louisiana hat auch die Fabrik in Texas Insolvenz beantragt. Damit sind wohl weitere Millionen verloren.

Es sind beeindruckende Bilder, mit denen Peter Leibold sein US-Geschäft in Szene setzte. Bärtige Männer posieren mit gewaltigen Trucks. So stellt man sich in Deutschland das Leben im fernen Texas vor. Für seine ehrgeizigen Projekte in den USA warb der Gründer des insolventen Brennstoffherstellers German Pellets noch bis zum Februar 2016 Anlegerkapital über Genussrechte ein. Die deutschen Privatinvestoren hätten es ihm ermöglicht, seine Wachstumspläne in den USA voranzutreiben. So dankte er den Anlegern im Vorwort zum Prospekt, bevor er um neues Geld bat und 8 Prozent Zinsen in Aussicht stellte.

150 Millionen Euro weitergereicht

Inzwischen ist von den ehrgeizigen Plänen nicht mehr viel übrig. Denn nach dem Pellet-Werk im US-Bundesstaat Louisiana hat auch die Fabrik in Texas Insolvenz angemeldet. Seit 30. April befindet sich auch die Texas Pellets Inc. mit ihrem Werk Woodville im so genannten Schutzschirmverfahren nach Chapter 11. Für die deutschen Anleger ist das ein weiterer Tiefschlag. Denn Peter Leibold hat knapp 150 Millionen der insgesamt 270 Millionen Euro, die rund 17.000 Investoren der German Pellets GmbH anvertrauten, als Eigenkapital an die US-Werke weitergereicht.

Das Geld diente als Sicherheit für neue Anleihen, mit denen der Brennstoffhersteller von amerikanischen Investoren weitere 550 Millionen US-Dollar einsammelte. Das Problem: Deren Forderungen haben wohl Vorrang vor dem unbesicherten Kapital der deutschen Anleger. Mit der Schieflage der beiden Werke in den USA schrumpft die Hoffnung weiter, dass die hiesigen Investoren noch etwas von ihrem Einsatz wiedersehen.

Im Kleingedruckten des Emissionsprospekts findet sich ein Satz, der mit der texanischen Idylle auf den Werbefotos wenig gemein hat, der aber deutlich näher an der Realität zu liegen scheint: So könne es „zu einer Verringerung oder dem Ausfall der ausgezahlten Verzinsung sowie zu einem teilweisen oder totalen Verlust des vom Anleger investierten Kapitals kommen“.

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