Gläubiger zittern seit 1999
Deutsche Nickel bittet erneut um Stundung

Zum dritten Mal in vier Monaten müssen am 12. August die Gläubiger der Deutsche- Nickel-Anleihe von 1999 zur Versammlung anrücken, um wenigstens einen Teil ihres Geldes zu retten.

mb DÜSSELDORF. Die Deutsche Nickel AG, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der angeschlagenen Finanzholding VDN AG, ist nicht in der Lage die am 31. August fälligen Anleihezinsen in Höhe von 4,6 Mill. Euro zahlen.

„Das ist aber nicht das Ergebnis neuerlicher Verluste, sondern im Gegenteil Folge anziehender Geschäfte“, sagt VDN-Vorstand Hans Peter Döhmen: „Vor allem der gestiegene Nickel-Preis bindet umfangreiche Mittel, ehe wir unser Geld vom Kunden wiederbekommen. Im Mai und Juni haben wir sehr gute Bestellungen aus der Automobil- und Elektroindustrie erhalten“, erklärt der Unternehmensberater, der erst jüngst in die Rolle des Vorstands geschlüpft ist und zuvor mit Ziems & Partner die Kirch-Insolvenz abgewickelt hat.

Am 12. August sollen die Anleihegläubiger den Zinssatz der Nickel- Anleihe von ursprünglich 7,125 % auf null reduzieren. Am 18. Mai hatten sie bereits einer zeitweisen Kürzung zugestimmt. Die Gläubiger sollen im Gegenzug einen Besserungsschein erhalten. Sind sie einverstanden, wären die Zinsen bis 2007 gestundet und der Gang zum Insolvenzrichter abgewendet. Es geht für die Anleihegläubiger um 104 Mill. Euro und zudem für Banken um 106 Mill. Euro. Diesen Verbindlichkeiten steht ein Buchwert von 83 Mill. Euro gegenüber. Der Börsenkurs der Anleihe ist zuletzt unter 30 % abgesackt, wobei hohe Umsätze verzeichnet wurden.

Ulrich Hocker, Chef der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, gibt sich bitter enttäuscht, dass die Maßnahmen der ersten beiden Gläubigerversammlungen nicht ausreichen: Nun sei die Situation dramatisch. Den Anlegern bleibe offenbar keine andere Wahl als die Zustimmung.

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