Global anlegende Rentenfonds
Fondsmanager kaufen Unternehmensanleihen

Der Münchener Vermögensverwalter Jens Ehrhardt gilt seit mehr als 30 Jahren als ausgewiesener Aktienexperte. Für erfolgreiche Rentenfonds war sein Unternehmen, die Dr. Jens Ehrhardt Kapital AG (DJE), bislang eher nicht bekannt.

HAMBURG. Dabei bietet DJE mit dem Renten Global P ein durchaus erfolgreiches Produkt an, wie der jüngste Zwölf-Monats-Vergleich von 185 weltweit anlegenden Rentenfonds zeigt: Mit einem Wertzuwachs von 2,58 Prozent liegt der Fonds derzeit auf Rang fünf.

Betreut wird der 2003 aufgelegte Fonds seit April dieses Jahres von Ulrich Kaffarnik, der überwiegend in auf Euro lautende Papiere investiert. Ob er Anlagen in Fremdwährungen absichert, entscheidet der DJE-Manager je nach Marktlage: „Wenn wir den Euro als stark einschätzen, sichern wir diese Positionen bis zu 100 Prozent ab“, erläutert Kaffarnik. Bei der Titelauswahl kann er nicht nur auf klassische Staatsanleihen, sondern auch auf Firmenanleihen, Wandelanleihen, Rentenfonds und Aktien zurückgreifen. Sein bevorzugtes Anlageinstrument sind derzeit Unternehmensanleihen, die rund die Hälfte des Portfolios ausmachen.

Den maximalen Spielraum von 20 Prozent für Aktien nutzt Kaffarnik derzeit nicht aus: Dividendenpapiere stellen momentan lediglich zwei Prozent des Portfolios, woran er vorerst auch nichts ändern will. Da der DJE-Manager die Rentenmärkte vorsichtig beurteilt, hält er derzeit rund 14 Prozent Kasse: „Ich erwarte in den kommenden Monaten eine Seitwärtsbewegung der Märkte. Angesichts der stabilen Konjunktur ist ein Aufschwung der Bondkurse unwahrscheinlich“, sagt Kaffarnik. Seiner Einschätzung zufolge dürfte die US-Notenbank die Zinsen noch ein letztes Mal um weitere 25 Basispunkte erhöhen.

Auch Hanns Grad geht davon aus, dass die US-Notenbank ihre Zinserhöhungen demnächst abschließen wird. Der Manager des aktuell führenden liegenden LiLux-Rent der HSH Nordbank wertet dies im Gegensatz zu Kaffarnik jedoch als positives Signal für die globalen Rentenmärkte. Aktuell bevorzugt Grad ebenfalls Unternehmensanleihen, die er mit 65 Prozent gewichtet hat. Wie Kaffarnik setzt er schwerpunktmäßig auf Euro-Papiere, maximal ein Drittel des Fondsvermögens darf er in Fremdwährungstiteln aus OECD-Ländern halten. Anders als sein DJE-Konkurrent investiert er darüber hinaus nicht direkt an den Aktienmärkten, sondern lediglich über den Umweg der Wandelanleihe.

Für Achim Backhaus ist dies ein Aspekt, den Anleger bei ihrer Investment-Entscheidung bedenken sollten: „Beide Fonds eignen sich sehr gut als Basisinvestment für globale Renten“, sagt der Analyst von Feri Rating & Research in Bad Homburg. Interessenten sollten sich jedoch des erhöhten Risikos durch mögliche Aktienanteile bewusst sein.

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