Goldman-Analysten
Russland-Bonds-Risiko steigt mit Bankenrettung

Für viele Experten ist Wladimir Putins Milliarden-Unterstützung für die Ukraine keine gute Nachricht – für sie werden Russland-Bonds so zu einer immer unsichereren Sache. Auch eine andere Entscheidung macht Sorgen.
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Die Entscheidung der russischen Notenbank Bank Rossii, einer Reihe von Banken die Lizenz zu entziehen, und die von Wladimir Putin in Aussicht gestellten Hilfen von 15 Milliarden Dollar für die Ukraine erhöhen das Risiko von Investments in russische Verbindlichkeiten, sagt Goldman Sachs Group Inc.

Der Staat wird möglicherweise Einlagenkunden bis zu 100 Mrd. Dollar an Entschädigung zahlen müssen, wenn die Notenbank im Rahmen einer Branchenbereinigung Banken schließt und Lizenzen entzieht, schrieben die Goldman-Analysten Clemens Grafe und Andrew Matheny in einem Bericht.

Der Aufschlag, den Investoren für fünfjährige Kreditausfallswaps gegenüber mexikanischen Papieren mit einer vergleicharen Bonitätsbwertung durch Moody's Investors Service zahlen, hat sich in diesem Jahr mehr als verdoppelt - auf 72 Basispunkte am 26. Dezember, wie aus von Bloomberg zusammengestellten Daten hervorgeht.

Die russische Notenbank hat 30 Lizenzen entzogen, seit Elvira Nabiullina im Juni Vorsitzender wurde. Das ist mehr als im gesamten vergangenen Jahr.

Die Goldman-Analysten verwiesen auch auf die Gelder für die Ukraine und Weißrussland von etwa 2 Prozent vom russischen Bruttoinlandsprodukt, als sie ihre Krediteinschätzung für das Land von konstruktiv auf neutral senkten.

„Wenn es für die Regierung nötig wird, mehr als eine Handvoll Banken auf einmal zu retten, werden wir alle sehr viel größere Probleme haben”, sagt Richard Segal, Leiter Kreditstrategie bei Jefferies International Ltd. in London. “Die Einlagenversicherungsagentur ist mit viel zu wenig Mitteln ausgestattet und die Bereinigung im Bankensystem wird wohl an Dynamik gewinnen.”

„Wir sehen zwar derzeit wenig Anzeichen für Systemstress im Bankensektor. Wir glauben aber, dass die Gefahr, dass sich Bankenstress entwickelt -- und ein mögliches Engagement des Staates -- in Folge der Maßnahmen der Aufsichtsbehörde gleichwohl zugenommen hat”, schrieben Grafe und Matheny in der Mitteilung. Gleichzeitig ist eine strengere Aufsicht „langfristig sicherlich positiv” für das Land, erklärten sie.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Goldman-Analysten: Russland-Bonds-Risiko steigt mit Bankenrettung"

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  • Sie haben recht, RumpelstilzchenA. Goldman-Analysten sind die Drahtzieher dieser Bande. Sie werden immer versuchen, das Volk auf eine falsche Fährte zu locken. Wer genau das Gegenteil vom dem macht, was diese Leute empfehlen, liegt richtig!

  • Goldman-Analysen sind so wertlos wie ihre Griechenland-Analysen.
    Goldman ist nichts weiter als eine Banditen-Mafia!

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