Goldman Sachs Rendite von US-Staatsanleihen steigt auf bis zu 3,5 Prozent

Nach Einschätzung von Goldman Sachs werden die Renditen von US-Staatsanleihen auf bis zu 3,5 Prozent steigen. Grund dafür ist die Fed.
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Goldman Sachs Asset Management prognostiziert einen Anstieg der Renditen von US-Staatsanleihen auf bis zu 3,5 Prozent. Quelle: Reuters
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Goldman Sachs Asset Management prognostiziert einen Anstieg der Renditen von US-Staatsanleihen auf bis zu 3,5 Prozent.

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New YorkDie Rendite von US-Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit wird nach Einschätzung der Großbank Goldman Sachs in den nächsten sechs Monaten auf bis zu 3,5 Prozent steigen. Der Grund: Der Markt preist ein schnelleres Tempo bei der geldpolitischen Straffung durch die Notenbank Fed ein.

Die US-Notenbank werde die Zinsen in diesem Jahr wahrscheinlich vier Mal erhöhen, sagt Philip Moffitt, Asien-Pazifik-Chef von Goldman Sachs. Die Renditen würden auch deshalb steigen, weil die Fed die Bestände an Staatsanleihen abbaut, die sie durch das Aufkaufprogramm namens quantitative Lockerung (QE) erworben hatte.

„Da QE in diesem Jahr und bis ins nächste Jahr hinein abgebaut wird, werden wir einen großen Umschwung bei der Dauer des Angebots bekommen“, sagt Moffitt in einem Interview mit Bloomberg. „Das wird die Renditen antreiben. Ich denke, dass 3,5 Prozent keine sehr mutige Prognose ist.“

Die Rendite der zehnjährigen US-Anleihe stieg am Montag auf ein Vier-Jahres-Hoch von 2,89 Prozent. Die Inflation nimmt zu und auch die Unsicherheit über den Weg der Fed unter dem neuen Vorsitzenden Jerome Powell. Der Anstieg der Renditen trug letzte Woche zu einem Ausverkauf an den globalen Aktienmärkten bei, da die Anleger den Wert von Aktien einer Neubeurteilung unterzogen. Händler preisen zwischen zwei und drei Zinserhöhungen für dieses Jahr ein, während die mittlere Projektion der Fed bei drei liegt. Vier Anhebungen seien möglich, wenn sich die wirtschaftlichen Aussichten weiter verbessern, sagte William Dudley, Präsident der New Yorker Fed, letzte Woche.

Laut der Median-Prognose der von Bloomberg befragten Analysten wird die zehnjährige Rendite bis Ende September auf 2,95 Prozent steigen. Die Rendite wird der Umfrage zufolge erst im zweiten Quartal 2020 3,5 Prozent erreichen.

Die Geldpolitik in den großen entwickelten Volkswirtschaften befindet sich nach Jahren der Niedrigzinspolitik, die Wachstum und Inflation nach der globalen Finanzkrise ankurbeln sollte, an einem Wendepunkt. Der Prozess der Normalisierung wird nach Jahren schrumpfender Volatilität als zunehmende Unsicherheit an den Finanzmärkten ankommen. Während Pensionsfonds eher Anleihen mit längerer Laufzeit anstreben, um die Dauer zu erhöhen, werden die Renditen weiter steigen, da die Fed ihre Anleihebestände abbaut, sagt Moffitt.

Der zehnjährige US-Treasury Note Volatility Index, bekannt als TYVIX, sprang vergangene Woche auf den höchsten Stand seit April. Die durchschnittlichen Stundenlöhne in den USA waren im Januar so schnell gestiegen wie seit 2009 nicht mehr. Dies führte zu der Sorge, dass die Fed im Kampf gegen die Inflation aggressiver vorgehen wird. Die Renditen dürften in den nächsten zwei Quartalen auf 3,0 Prozent bis 3,5 Prozent steigen, sagt Moffitt. „Unsere Portfolios sind dafür positioniert, sodass wir Staatsanleihen shorten würden, um die steigenden Renditen zu nutzen.“

Hedgefonds und andere große Spekulanten, bekannt für den Momentum-Handel, verstärkten Wetten auf Kursverluste bei zehnjährigen Bond-Futures auf den Rekord von 939.351 Kontrakten, wie aus Daten der Commodity Futures Trading Commission bis zum 6. Februar hervorgeht.

Die zehnjährige US-Rendite sollte nach Ansicht von Aberdeen Standard Investments sehr kurzfristig bei 2,75 Prozent bis 2,80 Prozent fest verankert sein, aus Sorge, dass weitere Zinserhöhungen durch die Fed der Wirtschaft schaden könnten. Die Rendite werde erst gegen Ende des Jahres 2018 ausbrechen und bei über 3,0 Prozent bleiben, da die Fed die Geldpolitik weiter strafft, sagt Adam McCabe, Leiter Fixed Income Asien in Singapur.

„Die Volatilität, die wir derzeit auf dem Markt erleben, ist ein Tauziehen zwischen denen, die befürchten, dass eine straffere Geldpolitik die Wirtschaftsaktivität stören könnte, und denen, die sagen, dass die straffere Geldpolitik nur eine stärkere Wirtschaftsaktivität nachvollzieht“, sagt er. Wenn die Fed dieses Jahr viermal die Zinsen anhebt, „ist es schwierig, sich US-Bonds ohne Drei-Prozent-Niveau vorzustellen.“

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