Griechenland-Anleihen
Rückkehr aus der Unterwelt

Griechenland drängt zurück an den Kapitalmarkt. Die Regierung will einen Erfolg um jeden Preis. Aber ist das Land überhaupt dafür bereit? Und wer soll neue Anleihen kaufen? Ein gewagtes Experiment steht kurz bevor.
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DüsseldorfDie Euro-Krise nahm ihren Anfang in Griechenland. Und sie wird erst beendet sein, wenn das Land nicht mehr auf fremde Hilfe angewiesen ist. Ein erster Schritt in diese Richtung steht kurz bevor: Griechenland drängt auf eine Rückkehr an den Kapitalmarkt. Wenn es nach griechischen Politikern geht, wird das Land schon bald neue Anleihen begeben, noch vor der Europawahl im Mai. „Wir sind fast bereit“, sagte der griechische Finanzminister Ioannis Stournaras am Mittwoch im griechischen Rundfunk.

Wenn alles glatt geht, könnte der Tag der Anleiheauktion zum Fanal werden: ein politischer Triumph nicht nur für die Griechen selbst, sondern für die gesamte Euro-Zone. Aber ist Griechenland überhaupt schon wieder bereit für die Märkte? Und sind die Investoren bereit für Griechenland?

Hinter den Kulissen sind die Vorbereitungen in vollem Gange. Die griechische Finanzagentur lotet aus, welche Konditionen sie den Anlegern bieten muss. Im Gespräch ist der Verkauf eines fünfjährigen Schuldtitels im Volumen von zwei Milliarden Euro - auch wenn eine endgültige Entscheidung noch nicht gefallen, wie ein ranghoher Beamter des Finanzministeriums bekundet.

„Es hat den Anschein, dass es der griechischen Finanzagentur mit einem ersten Bond auf absehbare Zeit sehr ernst ist“, sagt David Schnautz, Anleihespezialist der Commerzbank. Es sollte mindestens ein Volumen von zwei Milliarden Euro werden; noch besser wären vier Milliarden Euro, um die bestehende Finanzierungslücke in diesem Jahr zu schließen. Schnautz schätzt, dass die Rendite für eine fünfjährige Anleihe mit einem Volumen von drei Milliarden Euro unter sechs Prozent liegen dürfte. „Die Rendite wäre zwar hoch, aber nicht jenseits von Gut und Böse“, so Schnautz.

Seit vier Jahren hat die Finanzagentur keine länger laufende Anleihe mehr unterbringen können. Nach dem Schuldenschnitt, der nichts anderes als eine verkappte Staatspleite war, war Griechenland bei Investoren unten durch. Die anderen Euro-Staaten, allen voran Deutschland, sowie die Europäische Zentralbank (EZB) und der Internationale Währungsfonds (IWF) mussten aushelfen. Die ersten beiden Hilfspakete hatten ein Volumen von insgesamt 240 Milliarden Euro.

„Idealerweise würden wir am liebsten keine neuen Kredite unserer europäischen Partner annehmen“, erklärte Finanzminister Stournaras. Dass es sich dabei um Wunschdenken handelt, weiß der Politiker selbst wohl am besten. Griechenland braucht dringend die nächste Kredittranche, um einen Zahlungsausfall im Mai zu verhindern. Dann muss die Regierung in Athen nämlich Staatsschulden im Umfang von 12,5 Milliarden Euro zurückbezahlen.

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  • mmnews
    Man braucht sich doch nicht aufzuregen, seit Jahren befeuern die Notenbanken die Finanzmärkte. Jeder kann mitmachen, nur die wenigsten wissen davon. Man muss die Derivate welche täglich neu aufgelegt werden anschauen, da sind Tagesgewinne von 300-400 % mit Daxwetten fast schon an der Tagesordnung. Wie hier schon geschrieben wurde, es ist Luftgeld/Cybermoney. Eigentlich nichts anderes als Bitcoins. Aber so ist die neue Finanzwelt eben man muss damit leben und versuchen das beste daraus zu machen. Das die Menschen in Griechenland nichts davon haben wissen wir ja alle, ein paar Banker/Investoren werden eben noch reicher. Irgendwann fangen wir wieder bei 0 an und solange wird die Manipulation weiter gehen und die kleinen Sparer weiter enteignet. Die Gier der Mächtigen ist unersättlich. Und die Finanzmärkte wie ein
    Selbstbedienungsladen

    http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/boerse-inside/insiderhandel-fbi-nimmt-hochfrequenzhaendler-ins-visier/9696374.html

  • "Und wer soll neue Anleihen kaufen?"

    Die internationalen Bankster!

    Staaten verschulden sich zu 97% bei Banken und Versicherungen!!!

    ( Die Versicherungs AGs gehören auch den Bankstern )

    Wieso sprechen die gleichgeschalteten Konzernmedien immer von "Investoren" und nicht Banken???

    Gehören die Konzernmedien vielleicht auch den Bankster?

    Hängen wir alle am Tropf eines privaten Geldmonopols?

    Das von den internationalen Bankstern aus der Luft erzeugte Kreditgeld, welches die Bankster nur gegen Realvermögen als "Sicherheit" aushändigen, ist das vielleicht größte methodische Verbrechen der Geschichte!

    Spielt es eine Rolle was die Welt kosten, wenn private Banken bzw. deren EIGENTÜMER Geld aus dem nichts schöpfen?

    Gehört die Welt ( Medienkonzerne, Energiekonzerne, Lebensmittelkonzerne, Pharmakonzerne, etc. ) den Bankstern?

    Warum erfahren wir in den gleichgeschalteten Massenmedien nichts über das Schuldgeldsystem bzw. Geldmonopol der internationalen Bankster?

    Jeder der das nicht versteht, sollte im Internet nach "Schuldgeldsystem" bzw. "Das Zwangsgeldsystem Mario Fleischmann" oder "Prof. Bernd Senf - Tiefere Ursachen der Krise" suchen.

  • Griechenland ist schon längst pleite!
    Das Geld mit den Griechenland so herumwedelt und spekuliert ist EZB Spielbank Geld und zum Schluss unser deutsches Steuergeld.
    Mit fremden Geld lässt sich eben besser Verschwenden/Leben. Weis jetzt nur nicht, ob das die griechischen Politiker von den deutschen Politiker abgekupfert haben oder umgekehrt.
    Mit "fremden Geld" = Steuergeld lässt sich halt per Gesetzesdiktat vortrefflich Politik machen bzw. diktieren.

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