Griechenland-Pleite
Was Privatanleger jetzt beachten müssen

Der Schuldenschnitt Griechenlands ist vollzogen. Auf der Wertpapierabrechnung macht sich das bereits bemerkbar. Was man über die neuen Papiere wissen sollte - die wichtigsten Fragen und Antworten.
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Der größte Schuldenschnitt in der Geschichte Griechenlands ist Realität. Inzwischen ist der Anleihetausch vollzogen – die neuen Papiere sind in den Depots eingebucht. Statt einer satten Rendite, auf die viele noch vor einem Jahr spekulierten, steht nun ein deutlich geringerer Betrag auf der Wertpapier-Abrechnung. Mit vielen Detailfragen fühlen sich gerade Privatanleger überfordert. Das Handelsblatt hat die wesentlichen Aspekte zusammengetragen, auf die Anleger achten müssen.

>>Wie hoch ist der Abschlag beim Umtausch?
Investoren bekommen nur 46,5 Prozent ihrer Anlagen ausbezahlt. Für alte griechische Anleihen im Wert von 1000 Euro bekamen sie also neue Bonds im Wert von 465 Euro – allerdings nicht als ein neues, sondern als gleich 24 neue Wertpapiere, die in die Depots eingebucht wurden. Außerdem liegt der wahre Verlust durch die schlechteren Konditionen der neuen Anleihen deutlich höher – bei etwa 80 Prozent.

>>Wie setzen sich die neuen Wertpapiere zusammen?
31,5 Prozent des ursprünglichen Nennwerts – also 315 Euro je Ursprungsanleihe von 1000 Euro – gibt es in Form von 20 neuen griechischen Anleihen im Nennwert von 15 bis 16 Euro und mit Laufzeiten von elf bis 30 Jahren. 15 Prozent – also 150 Euro – gibt es theoretisch als neue Anleihen des Europäischen Rettungsschirms EFSF.

>>Warum nur theoretisch?
Weil die Auszahlungen bei den beiden EFSF-Anleihen abgerundet werden. Die EFSF-Bonds werden in Zehn-Euro-Stückelungen ausgezahlt. Wenn also jemand eine ungerade Zahl EFSF-Anleihen eingebucht bekommt, verliert er durch die Buchung Geld: Wer beispielsweise nur eine alte Griechenland-Anleihe besaß, sollte nun zwei neue EFSF-Papiere zum Nennwert von je 75 Euro bekommen. Wegen der Stückelung in zehn Euro, bekommt dieser Anleger aber nur zwei EFSF-Anleihen zu je 70 Euro verbucht.

Kommentare zu " Griechenland-Pleite: Was Privatanleger jetzt beachten müssen"

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  • Habe den "offenen Brief" gelesen und kann diesem nur vollinhaltlich zustimmen.
    Auch mir wurden (erst mehrere Tage nach der Aufnahme des Börsenhandels !) die Ersatzanleihen eingebucht.
    Bis dahin hatten sie bereits 25% verloren.
    Eine Veräußerung macht eigentlich keinen Sinn, da die Gebühren bei 20 Anleihen den größten Teil auffressen.

    Skandal: Papademos faselt schon von einem 3. Hilfspaket.
    Man wird den Eindruck nicht los, dass die Herrschaften einen Weg gefunden haben Resteuropa abzuzocken.

    Konsequenz: Keine Griechenlandurlaube mehr, keine Griechischen Produkte.
    Und ganz sicher: keine Staatsanleihen mehr!




  • Habe einen offenen brief an den bundestag verfasst:

    greekbonds punkt org


  • Und Merkel stellt sich hin und behauptet die Spareinlagen sind sicher. Ach Staatsanleihen sind Spareinlagen und sollten sogar sehr sicher sein weil die Banken und Versicherungen dafür kein Eigenkapital hinterlegen müssen.
    Zum verrechnen der Kapitalgewinne mit den entstandenen Verlusten würde ich Kapitalbildende Lebensversicherungen empfehlen, denn da hat der Staat auch still und leise nachträgliche Änderungen eingeführt. Meine LV wurde 1997 abgeschlossen diese sollte nach 12 Jahren Laufzeit und mindestens 60 Monaten Beitragszahlung eigentlich steuerfrei sein, nun aber habe ich erfahren , dass der Gewinn der LV bei Auszahlung vor dem 60. Lebesjahr 25% Abgeltungssteuer + Kirchensteuer abgezogen wird. Fazit LV kündigen und den Gewinn mit dem Verlust des Zwangsumtausches der Griechenlandanleihen verrechnen.
    Ich hätte für alle die Ihre Griechenlandanleihen verkaufen wollen noch eine Idee, wir sollten uns zusammenschließen und ein kostenloses Depot eröffnen, anschließend übertragen wir natürlich auch kostenlos unsere Anteile auf dieses Depot (Depotübertragungen sind gesetzlich kostenlos), wenn genügend Anleihen vorhanden sind könnten diese Verkauft werden und die Transaktionskosten durch alle Teilnehmer aufgeteilt werden, dies ist auf jeden Fall günstiger als wenn jeder für seine 24 Anteilsscheine die Kosten selbst tragen müsste.

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