Anleihen: „Athen wird Euro-Zone verlassen“

Griechische Anleihen
„Athen wird Euro-Zone verlassen“

Ein Vertrauter von US-Präsident Donald Trump macht weiter Stimmung gegen Europa: Griechenland soll sich am Dollar orientieren. Anleger reagieren nervös, die Renditen für manche Staatsanleihen sind wieder zweistellig.
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Düsseldorf/WashingtonDie anhaltende Diskussion über weitere Finanzhilfen für Griechenland macht Anleger nervös. Die Renditen für griechische Staatsanleihen steigen über sämtliche Laufzeiten hinweg, die mit einer Fälligkeit in zwei Jahren bieten vom heutigen Mittwoch an zwischenzeitlich mit 10,05 Prozent sogar eine zweistellige. Das ist keine ungewöhnliche hohe Zahl, noch Mitte des vergangenen Jahres war sie für griechische Staatsbonds sogar etwas höher.

Doch der Vergleich mit Bundesanleihen zeigt, wie groß die Risikofurcht der Anleger mittlerweile geworden ist. Denn während die Renditen für Inhaberschuldverschreibungen aus dem südeuropäischen Land steigen, sind die Renditen deutscher Staatsanleihen im Sinkflug. Mittlerweile beträgt die Rendite für eine zweijährige deutsche Staatsanleihe wieder minus 0,78 Prozent. Mit einer zehnjährigen lässt sich noch 0,34 Prozent jährlich erzielen, während die griechische Zehnjährige mittlerweile 7,82 Prozent pro Jahr bringt.


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Während der laufenden Verhandlungen zum dritten Rettungspaket für die Griechen macht Ted Malloch, Vertrauter von US-Präsident Donald Trump und möglicher amerikanischer Botschafter bei der EU, weiter Stimmung gegen Europa. In einem Interview des griechischen Nachrichtensenders Skai prophezeite er einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone - und zwar auf freiwilliger Basis. „Ich glaube, diesmal ... sind die Chancen höher, dass Griechenland von sich aus aus dem Euro austritt“, sagte er der Skai-Sendung „Istories“, die in der Nacht zum Mittwoch ausgestrahlt wurde.

Malloch sagte weiter, die Beziehungen Griechenlands zu den USA könnten stärker werden. Griechenland könnte sich nach einem Austritt aus der Euro-Zone mit seiner eigenen Währung an dem US-Dollar orientieren (er sprach von einer „Dollarisierung“ Griechenlands). Dieses Thema bringe Deutschland „zum Ausflippen“, sagte Malloch weiter.

Auf die Frage, ob das alles auch die Ansichten Trumps sind, zitierte er aus einer Twitter-Aussage des neuen Präsidenten vor etwa einem Jahr. „Die Griechen verschwenden ihre Zeit in der Eurozone“. Die Eurozone allgemein könne in der nächsten Zeit zusammenbrechen, fügte Malloch hinzu.

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IWF fordert geringere Rentenkosten

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  • Manfred Weber, der Vorsitzende der Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP): „Wir (in der EU und der Eurozone) sind stark und können uns selbst (im Finanzbereich) verteidigen. Wir brauchen die USA dazu nicht“, sagte Weber dem Sender. Den Austritt Griechenlands aus der Eurozone, den Malloch vorschlägt, charakterisierte Weber als „Unsinn“.

    Warten wir mal ab, ob wir tatsächlich so stark sind oder die Stärke nur auf die Sprüche zutrifft. Ich glaube eher an Letzteres.

  • Warum sollte Griechenland den Euro verlassen? Da ist doch noch einiges zu holen. Und was soll der Unsinn mit dem Dollar? Die Vorstellungen amerikanischer Berater und Ökonomen sind oft haarsträubend. Auch der IWF sollte mal die Dinge beim Namen nennen. Bei den Zinssätzen und den Laufzeiten der Kredite kann eine "Schuldenerleichterung" nur noch in einem Schuldenschnitt bestehen. Dann soll man das auch endlich sagen. Und auch gleich, was uns das aktuell haushaltswirksam kosten wird. Damit ist aber vor den deutschen Wahlen wohl nicht zu rechnen.

  • Wie der Autor dieses Artikels zu dem Schluss kommt, dass mit der Einschaetzung "Athen wird die Eurozone verlassen" gegen Europa Stimmung gemacht wird, ist mir voellig Schleierhaft. Allenfalls wird Stimmung gegen die Eurozone gemacht, aber schon nicht mehr gegen die EU, geschweige denn Europa. Ich bin erstaunt ueber den emotionalen Ton des Untertitels und frage mich wie man ohne Boeswilligkeit zu einem solchen Schluss kommen kann!
    Denn mit seiner Einschaetzung steht Malloch nicht alleine da. Im Gegenteil, serioese Wirtschaftswissenschaftler sehen in dem waehrungsinternen Abwertungswettlauf ein oekonomisches Unding. Es bedeutet naemlich dass Griechenland aber auch andere Laender der suedlichen Eurozone gegen einen Wirtschaftsraum mit geringer Inflationsneigung, wie der der noerdlichen Laender, abwerten muessen. Dies ist nur unter Inkaufnahme von Deflation zu erreichen. Die Konsequenzen sind schon heute unuebersehbar: Braindrain bei gleichzeitiger Massenarbeitslosigkeit. In den Augen vieler Oekonomen verschwendet Griechenland in der Eurozone seine Zeit, weil das grundlegende Problem der mangelnden Wettbewerbsfaehigkeit durch Haushaltskonsolidierung nicht geloest wird. Nur durch eine Waehrungsabwertung kann schnell Wettbewerbsfaehigkeit und die Belebung der Investitionen wieder hergestellt werden. Im Uebrigen wird bei einem Sieg Le Pens tatsaechlich das Verlassen der Eurozone seitens Frankreichs auf der Tagesordnung stehen. Ich kann allerdings nicht einschaetzen, in wieweit sie sich politisch durchsetzen koennte.
    Unter Beruecksichtigung der angefuehrten Argumentation scheinen mir Ansichten des Malloch keineswegs unvernuenftig.

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