Große Nachfrage: HSH Nordbank begibt garantierten Milliarden-Bond

Große Nachfrage
HSH Nordbank begibt garantierten Milliarden-Bond

Der Markt für staatlich besicherte Bankenanleihen wächst. Nach der Commerzbank traf auch die HSH Nordbank mit ihrem Bond über drei Milliarden Euro auf großes Interesse der Investoren. Auch Förderbanken und Industriefirmen drängen wieder an den Markt.

FRANKFURT. Die HSH Nordbank hat am Montag als erstes deutsches Kreditinstitut nach der Commerzbank eine Anleihe begeben, deren Zins- und Tilgungszahlungen durch den Bund bzw. den staatlichen Banken-Rettungsfonds Soffin garantiert werden. Für die dreijährige Anleihe über drei Mrd. Euro stießen die Norddeutschen mit Kaufaufträgen über mehr als neun Mrd. Euro auf ebenso großes Interesse bei Investoren wie die Commerzbank.

Zinsschein und Ausgabekurs der garantierten HSH-Anleihe werden erst am Dienstag festgelegt, sie dürfte jedoch eine Rendite von knapp drei Prozent bringen. Die Konsortialführer hatten die HSH-Anleihe zunächst mit einem Renditeaufschlag von 0,3 Prozentpunkten auf den im Interbankenhandel wichtigen Swap-Satz zum Tausch fester gegen variable Zinszahlungen vermarktet. Später nahmen sie - dank der guten Nachfrage - den Aufschlag auf 0,28 Prozentpunkte zurück. Die Commerzbank hatte ihren Bond mit einem Aufschlag von 0,3 Prozentpunkten zum dreijährigen Swap-Satz platziert, dieser ist seither jedoch leicht gesunken.

Europäische Banken haben seit Oktober großvolumige staatlich garantierte Benchmark-Anleihen über mehr als 50 Mrd. Euro begeben, die alle bei Investoren gut ankamen. Aus Deutschland wird die nächste Bürgschaftsanleihe von der BayernLB erwartet. Zeitgleich mit der HSH-Nordbank verkaufte die portugiesische Banco Comercial Portugues eine dreijährige garantierte Anleihe, die einen Aufschlag von einem ganzen Prozentpunkt auf die Swap-Sätze bieten wird. Portugal steht wirtschaftlich schlechter da als Deutschland.

Das Angebot an staatlich garantierten Bankenbonds tat dem Appetit der Investoren auf sichere Anleihen von staatlichen Förderbanken keinen Abbruch. Gleich fünf europäische Förderbanken, darunter die KfW Bankengruppe, und die Europäische Investitionsbank, begaben am Montag neue Anleihen. Die KfW vermarktete eine zehnjährige Anleihe über mindestens drei Mrd. Euro mit einem Aufschlag von 0,35 bis 0,40 Prozentpunkten zum zehnjährigen Swap-Satz. Dies entspricht einer Rendite von etwa vier Prozent.

Die Aufschläge sind zwar - auch durch die Konkurrenz der garantierten Bankenbonds - gestiegen, die Swap-Sätze selbst sind aber niedriger als vor einem Jahr. Hauptgrund dafür sind die niedrigeren Leitzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB). "Die Förderbanken kommen absolut gesehen günstig an Geld", meint Johannes Rudolph, Zinsstratege bei HSBC Trinkaus.

Für Industrieunternehmen sind die Bond-Renditen erst in den letzten Wochen etwas gesunken. Dies nutzten Firmen wie BMW und Bertelsmann. BMW begab eine dreijährige Anleihe über 1,5 Mrd. Euro, deren Emissionsrendite bei 6,4 Prozent liegen dürfte. Bertelsmann platzierte einen fünfjährigen Bond zu 7,9 Prozent.

"Es ist ein gutes Zeichen, dass sich der Markt für Unternehmensbonds seit November aus seiner Schockstarre gelöst hat", sagt Tim Brunne, Kreditstratege bei Unicredit. Doch er warnt: die Risikoaufschläge könnten im Zuge der anstehenden Jahresergebnisse wieder steigen.

Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin
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