Große Renditeabstände
Anleger flüchten in Bundesanleihen

Die Krise an den Kreditmärkten wirbelt jetzt auch die soliden Staatsanleihen durcheinander. Die Renditeabstände zwischen deutschen Bundesanleihen und anderen Staatsanleihen im Euro-Raum sind so stark gestiegen wie noch nie seit Einführung des Euros vor neun Jahren.

FRANKFURT. Der Grund für den starken Anstieg: Für professionelle Investoren sind deutsche Staatsanleihen im Euro-Raum erste Wahl vor allen anderen Bonds. Das lässt die Kurse der Bundesanleihen vergleichsweise stark steigen und im Gegenzug ihre Renditen deutlicher sinken als in anderen Ländern der Euro-Zone. Positiver Nebeneffekt: Deutschland kann sich bei der Ausgabe neuer Anleihen viel günstiger refinanzieren als anderen Staaten.

"Die Lage hat sich in dieser Woche verschärft und ist inzwischen vollkommen irrational", sagt Kornelius Purps, Zinsstratege bei Unicredit. So rentieren selbst zehnjährige französische Anleihen inzwischen gut 0,2 Prozentpunkte über Bundesanleihen. Das klingt nicht nach viel, aber üblich sind Abstände von gerade mal 0,05 Prozentpunkten.

Noch höhere Aufschläge bieten die Anleihen von kleineren Emittenten wie zum Beispiel Spanien, den Niederlanden und Österreich, die wie Deutschland und Frankreich von den Ratingagenturen die Note Dreifach-A für erstklassige Bonität haben.

Frankreich hatte Ende 2007 Anleihen über 836 Mrd. Euro am Markt und ist damit der größte Anleiheschuldner nach Deutschland mit knapp 893 Mrd. Euro und Italien mit knapp 1 090 Mrd. Euro. Französische Staatspapiere galten zudem bis vor kurzem als fast ebenso liquide, also gut handelbar, wie deutsche Bundesanleihen.

Besonders hart betroffen vom Auseinanderdriften der Renditen sind italienische und griechische Staatsanleihen. Sie bieten im zehnjährigen Bereich derzeit gut 0,6 Prozentpunkte mehr Rendite als Bundesanleihen (s. Grafik). Üblich sind aufgrund der schlechteren Bonität dieser Länder Aufschläge von 0,2 bis 0,3 Prozentpunkten.

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