Große Rotation
Investoren verabschieden sich von Anleihen

Raus aus Anleihen - das ist das Motto professioneller Investoren. Der Anteil der Bonds ist so niedrig wie zuletzt im Jahr 2007. Angesagt sind Aktien. Bislang scheint die Strategie aufzugehen, doch die Risiken sind groß.
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New YorkProfi-Investoren haben den Anteil der Anleihen in ihren Portfolios auf das niedrigste Niveau seit 2007 zurückgefahren. Experten sehen eine Umschichtung weg von festverzinslichen Papieren, hin zu Aktien. „Ein Umfeld extrem niedriger Renditen zwingt die Leute, Risiken einzugehen“, sagte Sheila Patel, Managing Director bei Goldman Sachs Asset Management in einem Interview. „Nichts zu tun, ist ein Risiko, da Ziele einzuhalten und Pensionen zu bezahlen sind.“


Die Anleihequote bei institutionellen Investoren, von Pensionsfonds bis hin zu Stiftungen, sank im zweiten Quartal auf 26,2 Prozent der Kapitalanlagen, von 30,1 Prozent im Vorjahreszeitraum. Das zeigen Daten von Wilshire Trust Universe Comparison Service auf der Grundlage von über 1700 Anlageplänen im Volumen von 3,46 Billionen Dollar. Die derzeitige Bond-Allokation ist Wilshire zufolge die niedrigste seit dem vierten Quartal 2007.

In Dollar denominierte Unternehmens-, Hypotheken- und Staatsanleihen stehen dieses Jahr vor den größten Verlusten seit 1994. Und die Verluste dürften noch zunehmen, da die Investoren die Lust an den Papieren verlieren. Ben Bernanke, der Vorsitzende der US-Notenbank, schreibt die steigenden Renditen zwar zum Teil dem Vertrauen in die Konjunkturerholung zu, sagte im Juli aber auch, höhere Finanzierungskosten seien „nicht willkommen“.

„Aktien werden Anleihen über einen Zeitraum von sieben Jahren schlagen, weil die Bondrenditen bereits so niedrig sind“, sagte David Darst, Chief Investment Officer bei Morgan Stanley. „Wir sind bei Hochzinsanleihen leicht untergewichtet und wir haben bei Unternehmens- und Staatsanleihen eine starke Untergewichtung.“

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  • Gut, knapp und präzise ausgedrückt. Und der Michel merkt schon seit längerem etwas. Nur, was kann man denn tun?

  • Ergänzung: Dass die Staatsanleihen -trotz künstlich gedrückter Zinsen- überhaupt gekauft wurden, lag an der Lenkungswirkung der "unheiligen Allianz", welche die klammen Regierungen mit den Banken eingegangen waren:

    - die Notenbanken leihen den Geschäftsbanken zu 0% Geld
    - gleichzeitig garantieren sie ihnen, dass auch der letzte bankrotte Rotweinstaat nicht fallen gelassen wird
    - und dass man die Zinsen immer weiter nach unten drücken wird

    Insbesondere die letzte dieser 3 Maßnahmen war aber für die Bankster interessant, weil sinkende Marktzinsen ja steigende Anleihenkurse bedeuteten!

    Nun schaffen es die Notenbanken aber nicht mehr, die Zinsen weiter zu drücken: Die Zinsen steigen wieder -und natürlich werden die Bankster nicht zusehen, wie ihre Anleihen Buchverluste einfahren während die Niedrigzinsen noch nicht mal die jetzige, geschweige denn die zukünftige Inflation ausgleichen.

    Ergo beginnt jetzt die Flucht aus den Anleihen: "big money" pumpt dadurch die Aktienblase auf -und die Notenbanken werden den ganzen wertlosen Anleihenschrott auf Steuerzahlers Kosten aus dem Markt kaufen müssen.

    Wenn das passiert ist, werden die Schuldenschnitte kommen und der Steuerzahler ist wieder mal der Gelackmeierte -während die Investmentbankster abgesahnt haben.

    Klassischer Fall von "Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren". Und Michel merkt wieder mal gar nichts.. :-(

  • Auch das könnte die Fed dazu verleiten, doch nicht zu schnell die Anleihenkäufe zurückzufahren, oder zumindest nur die Hypothekenpapierkäufe zu drosseln und die Staatsanleihen weiterzukaufen.

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