Gute Konditionen des geplanten Jumbo-Pfandbriefs der Allgemeinen Hypothekenbank Rheinboden locken Investoren an
Zehnjährige Bund-Rendite nähert sich drei Prozent

Die Marke von drei Prozent für die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe rückt in greifbare Nähe. Selbst der etwas gefallene Ölpreis und die Kursgewinne der Aktienmärkte versetzten den Anleihemärkten keinen Dämpfer. Die sich gegenläufig zu den Kursen entwickelnden Renditen blieben niedrig.

FRANKFURT/M. Am späten Abend rentierte die zehnjährige Bundesanleihe mit 3,05 Prozent und damit geringfügig unter dem Stand vom Freitagabend. Zwischenzeitlich war sie auf ihr am Freitag markiertes Allzeittief von 3,04 Prozent gefallen.

Der Terminkontrakt Bund-Future schloss 0,10 Prozentpunkte im Plus bei 124,43 Prozent. Sein Allzeit-Hoch von 124,60 Prozent nahm er gestern nicht in Angriff. Fundamental gab es an keine neuen Nachrichten und auch die Umsätze waren angesichts des US-Feiertags gering. „Im Markt wird aber weiter angenommen, dass der Schaden durch den Hurrikan „Katrina“ in Kombination mit dem trotz des jüngsten Rückgangs immer noch hohen Ölpreis den Zinserhöhungszyklus der US-Notenbank stoppt“, sagte Ken Wattret, Chefstratege für europäische Märkte bei BNP Paribas der Nachrichtenagentur Reuters. Das stützte die Bonds.

Am Markt für neue Anleihen gilt die Sommerpause als beendet. Nachdem es in den vergangenen Wochen nur vereinzelte Emissionen gab, ist die Pipeline für den September gut gefüllt. Das gilt vor allem für Jumbo-Pfandbriefe, also besonders liquide mit Hypotheken oder Staatskrediten gedeckten Bankenanleihen.

Dabei wurden gestern die Bücher für den Hypotheken-Jumbo der Allgemeinen Hypothekenbank Rheinboden (AHBR) geöffnet, für den sich eine gute Nachfrage abzeichnet. Die AHBR plant eine fünfjährige Emission über mindestens eine Mrd. Euro. Bis zum späten Nachmittag hatten die Konsortialführer Barclays Capital, DZ Bank und Hypo-Vereinsbank dafür Kaufaufträge über 1,1 Mrd. Euro in den Büchern. Die Preisspanne setzten die Konsortialführer mit 0,03 bis 0,04 Prozentpunkten über dem fünfjährigen Swap-Satz fest. Dieser Referenzsatz zum Tausch fester gegen variable Zinsen lag gestern bei 2,63 Prozent. „Die meisten fünfjährigen Jumbos anderer Häuser rentieren unter den Swap-Sätzen, das treibt die Nachfrage“, sagte ein an dem Deal beteiligter Banker.

Die Gerüchte, dass Finanzinvestoren die unrentable AHBR übernehmen wollen, spielte bei den Investoren dem Vernehmen nach keine Rolle. Die Pfandbriefe würden wegen ihrer großen Sicherheit weitgehend unabhängig vom Emittenten beurteilt. Bislang kamen gut 45 Prozent der Kaufaufträge aus Deutschland. Den Großteil der Investoren machten Banken aus, gefolgt von Fonds und Versicherern.

Noch in dieser Woche wird außerdem das Land Berlin eine zehnjährige großvolumige so genannten Benchmark-Anleihe begeben. Hessen kündigte für Oktober ebenfalls eine Benchmark-Anleihe an.

Unter den Industrieunternehmen startete gestern der französische Technologiekonzern Alstom mit der Platzierung einer dreieinhalbjährigen variabel verzinsten Anleihe über 600 Mill. Euro. Die Anleihe soll einen Renditeaufschlag zwischen 2,20 und 2,30 Prozentpunkten über dem dreimonatigen Interbankenzinssatz Euribor bieten.

Als seltener Gast am Anleihemarkt präsentiert sich voraussichtlich noch in dieser Woche die portugiesische Staatsholding Parpública. Sie plant einen Benchmark-Bond mit Laufzeit von 15 Jahren. Parpública hat nur zwei Anleihen ausstehen.

Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%