Gute Nachfrage
Spaniens Bond-Renditen profitieren nur wenig

Spanische Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zwei und zehn Jahren sind gut abgenommen worden. Das kriselnde Land konnte insgesamt 2,541 Milliarden Euro einsammeln - etwas mehr als die angepeilte Summe.
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FrankfurtDie recht hohe Nachfrage bei der Emission zwei- und zehnjähriger spanischer Staatsanleihen hat am Donnerstag für Erleichterung an den europäischen Rentenmärkten gesorgt. Angesichts der immer noch ungelösten Finanzprobleme des hoch verschuldeten Landes hielt sich die Freude aber in Grenzen.

Die Bonds des südeuropäischen Landes zogen zwar leicht an, gleichzeitig blieb aber die Nachfrage nach den als sicher geltenden Bundesanleihen hoch. Der Kurs des Euro bröckelte sogar ab. „Der Markt hatte ganz klar auf eine erfolgreiche Auktion gesetzt“, sagte Zinsstratege Richard McGuire von der Rabobank. „Daher wurde die Messlatte für eine positive Überraschung angehoben.“

Der Euro kostete am Mittag mit 1,3118 Dollar etwas weniger als unmittelbar vor Bekanntgabe der Platzierungsergebnisse und etwa so viel zum New Yorker Vortagesschluss. Die Renditen der bereits gehandelten zwei- und zehnjährigen spanischen Bonds gingen leicht auf 3,430 beziehungsweise 5,838 Prozent zurück. Der Bund-Future grenzte unterdessen seine Verluste ein und notierte am Mittag acht Ticks im Minus bei 140,28 Punkten Unmittelbar nach der Auktion war er sogar kurzzeitig ins Plus gedreht.

Spanien sammelte insgesamt 2,541 Milliarden Euro bei Investoren ein. Damit liegt das Emissionsvolumen knapp über der angepeilten Spanne von 1,5 bis 2,5 Milliarden Euro. Die Durchschnittsrendite der zweijährigen Papiere sank auf 3,463 Prozent von 3,495 Prozent bei der vorangegangenen Auktion, während diejenige der zehnjährigen Titel auf 5,743 von 5,403 Prozent anzog. Die Emissionen waren 3,3- beziehungsweise 2,4-fach überzeichnet.

Spanien ist noch nicht über den Berg

„Insgesamt sind die Auktionen weitestgehend so verlaufen, wie es zu erwarten war“, sagte Christoph Thielmann, Betreuer für institutionelle Kunden beim Bankhaus Metzler. „Trotz der insgesamt soliden Auktion ist Spanien noch nicht aus dem Visier der Märkte. Die Diskussion über die Haushaltsprobleme der Spanier dürfte anhalten und weiter für Skepsis sorgen.“

Anleihe-Stratege Nick Stamenkovic von RIA Capital Markets verwies ebenfalls auf die unverändert hohe Verschuldung Spaniens und die prekäre Wirtschaftslage. „Jeder Rückgang der Renditen wird kurzlebig sein, solange nicht die Glaubwürdigkeit der spanischen Regierung besser wird.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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