Händler sprechen von Gewinnmitnahmen – Hypothekenbank in Essen begibt Jumbo-Pfandbrief über 1,25 Milliarden Euro
Anleiherenditen entfernen sich von Rekordtiefs

Nach dem zuletzt starken Zinsrutsch boten die Kapitalmärkte der Euro- und Dollar-Zone am Dienstag ein verändertes Bild. Auf Grund von Gewinnmitnahmen kam es wieder zu einem leichten Anstieg der Anleiherenditen.

FRANKFURT/M. Der September-Kontrakt des Bund-Futures fiel bis zum Handelsende um 40 Basispunkte (ein Basispunkt entspricht 0,01 Prozentpunkt) auf 123,19 Prozent, nachdem er am Vortag zeitweise auf das neue Rekordhoch von 123,78 Prozent in die Höhe geschossen war.

Dementsprechend stieg die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe, die sich gegenläufig zu den Anleihekursen entwickelt, vom bisherigen historischen Rekordtief bei 3,10 Prozent wieder auf 3,16 Prozent. Zur gleichen Zeit wurde auch die Rendite zehnjähriger Dollar-Staatsanleihen bei 3,97 Prozent um sieben Basispunkte über dem Handelsschluss vom Montag ermittelt. Das Geschäft am US-Bondmarkt war von großer Zurückhaltung geprägt, weil die Anleger im Vorfeld der am Mittwoch und Donnerstag anstehenden Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (Fed) keine Bereitschaft zu größeren Engagements zeigten. So galt das Interesse der Marktteilnehmer vor allem der Veröffentlichung des US-Verbrauchervertrauens, das besser als erwartet ausfiel.

Am Primärmarkt zeigte sich der Handel enttäuscht über die Resonanz der Marktteilnehmer auf mehrere Neu-Emissionen Italiens in Gesamthöhe von 8,5 Mrd. Euro. Das Interesse der Anleger an den Papieren mit Laufzeiten von drei, sieben und zehn Jahren sei wegen der fiskalpolitischen angespannten Situation des Landes nur gering gewiesen, sagten Rentenhändler. Die bei 22 Basispunkten liegende Renditedifferenz zwischen italienischen und deutschen Staatsanleihen veränderte sich am Dienstag nicht.

Griechenland hat am Dienstag die Konditionen einer Staatsanleihe über 250 Mill. Euro festgesetzt. Die Emission hat eine Laufzeit von 19 Jahren und wird im ersten Jahr zu sieben Prozent, im zweiten Jahr zu sechs Prozent und danach mit einem Aufschlag von 100 Basispunkten auf die zwölfmonatige Euribor verzinst.

Österreich bietet für eine zehnjährige Anleihe über 880 Mill. Euro einen Kupon von 3,5 Prozent.

Für eine gewisse Unruhe sorgte am Primärmarkt die Herabstufung der Kreditwürdigkeit Portugals durch die Ratingagentur Standard & Poor’s von „AA“ auf „AA-„ und damit die viertbeste Stufe.

Noch immer sehen zahlreiche Rentenmarkt-Akteure eine zunehmende Chance auf eine Leitzinssenkung in Europa. Vor diesem Hintergrund werden dem bis zum heutigen Mittwoch um elf Uhr laufenden Tender zur Aufstockung einer zehnjährigen Bundesanleihe über sieben Mrd. Euro gute Chancen auf eine positive Resonanz des Marktes eingeräumt.

Am Pfandbriefmarkt stand die Emission des fünfjährigen Jumbo-Pfandbriefs der Hypothekenbank in Essen im Blickpunkt. Nachdem die Auftragsbücher der Konsortialführer dank Kaufaufträgen aus Asien über Nacht noch von gut einer Mrd. auf knapp 1,6 Mrd. Euro angeschwollen waren, entschied sich die Essen Hyp dazu, das Volumen von einer Mrd. auf 1,25 Mrd. Euro aufzustocken. Der Renditeaufschlag wurde bei 13,8 Basispunkten über der fünfjährigen Bundesanleihe festgesetzt. Das entsprach einem Abschlag von zwei Basispunkten zum fünfjährigen Mid-Swap-Satz. Das Mandat für die Emission teilten sich Commerzbank, Dresdner Kleinwort Wasserstein, HSBC und Morgan Stanley.

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