Handelssystem: Diskussionen um Jumbo-Handel

Handelssystem
Diskussionen um Jumbo-Handel

Die Preisstellung bei den Groß-Pfandbriefen soll transparenter werden. Deshalb erwägen Banken und Emittenten den Um- und Ausbau elektronischer Handelsplattformen. Manche plädieren sogar dafür, den Telefonhandel mit den Papieren gleich weitgehend abzuschaffen.

cü. FRANKFURT. Die Diskussionen um das Market Making bei deutschen Jumbo-Pfandbriefen und ähnlichen Jumbo-Covered Bonds aus anderen Ländern gehen in eine neue Runde. Jetzt denken Banken und Emittenten über den Ausbau von elektronischen Handelsplattformen nach, um die Transparenz zu verbessern. „Die Idee, die dahinter steckt, ist etwas zwischen dem klassischen Telefonhandel und den existierenden elektronischen Plattformen zu finden, das effizienter als das aktuelle System ist“, sagte Annik Lambert, vom Europäischen Hypothekenverband der Nachrichtenagentur Reuters.

Die konsortialführenden Banken sind bei Jumbos verpflichtet, sich gegenseitig An- und Verkaufskurse in genau definierten, engen Grenzen zu stellen (Market Making). Damit soll die Liquidität der Jumbos gesichert werden. Der Markt ist 840 Mrd. Euro schwer.

Doch seit der Zuspitzung der Subprime-Krise schwächeln die Preisstellungen. Das European Covered Bond Council (ECBC) – das im europäischen Hypothekenverband angesiedelt ist – hat seit August mehrfach die Regeln geändert und das Market Making im November sogar kurz eingestellt.

Auf elektronischen Plattformen wie zum Beispiel MTS handeln die Banken schon länger nicht mehr. Die Gebote für An- und Verkaufskurse laufen über das Telefon oder interne elektronische Systeme der Großbanken, auf die auch institutionelle Investoren Zugriff haben.

In einem Fachausschuss des ECBC, in dem die acht größten Banken im Jumbo-Handel und die acht größten Emittenten zusammengeschlossen sind, kursiert ein Papier, das den Ausbau des elektronischen Handels favorisiert. Dabei sollen Händler – anders als im Telefonhandel – mehrere Preise zugleich abfragen können, um den Überblick zu behalten. Das ist bislang für kleinere Häusern, die nur wenige Jumbos als Market Maker betreuen, kaum möglich. Außerdem sollen die Händler im reformierten elektronischen Handel nicht mehr automatisch, sondern nur noch auf Anfrage An- und Verkaufskurse für die von ihnen betreuten Jumbos stellen.

Einzelne Stimmen sind dem Vernehmen nach sogar dafür, den Telefonhandel weitgehend abzuschaffen. Das dürfte sich aber nicht durchsetzen lassen. Denn es regt sich schon Widerstand bei einigen großen Market Makern. Mit der kompletten Umstellung würden große Market Maker die kleineren Häuser subventionieren und so den Anreiz verlieren, sich wie bislang zu engagieren, hieß es gestern im Jumbo-Handel.

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