Herabstufung: Anleihen für eine Billion Dollar droht der Ramsch-Status

Herabstufung
Anleihen für eine Billion Dollar droht der Ramsch-Status

Insgesamt sind es 52 verschiedene Schuldner aus allen Teilen der Welt, die nur noch eine Stufe vom Standard & Poor's-Ramschniveau „BBB-“ entfernt sind. Den Grund für den Abwärtsdruck sehen die Analysten in Europa.
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New YorkStaats- und Unternehmensanleihen im Wert von fast einer Billion Dollar droht eine Herabstufung der Bonitätsnote auf Ramschniveau. 52 verschiedene Schuldner mit einem Bondwert von 984,8 Milliarden Dollar seien nur noch eine Stufe davon entfernt, teilte die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) am Mittwochabend (Ortszeit) in New York mit. Ende 2011 waren es 38 Emittenten mit einem Volumen von 227,4 Milliarden Dollar. „Der Abwärtsdruck kommt in erster Linie von der europäischen Schuldenkrise“, sagte S&P-Analystin Diane Vazza der Nachrichtenagentur Reuters.

Knapp die Hälfte der Ramsch-Kandidaten sind Banken, von denen wiederum allein acht aus Indien kommen. Aus den USA und Europa kommen jeweils 15, aus dem asiatisch-pazifischen Raum elf. Sie haben alle ein „BBB-“-Rating und einen negativen Ausblick, was eine drohende Herabstufung auf Ramsch-Niveau („Junk“) signalisiert.

2012 wurden nach S&P-Angaben 43 Schuldner auf Ramsch herabgestuft. Davon waren Anleihen im Wert von 302,4 Milliarden Dollar betroffen. 2011 gab es noch 45 „gefallene Engel“ - wie sie in der Finanzwelt bezeichnet werden - mit einem Bondwert von zusammen 363,4 Milliarden Dollar.

Dem stehen 25 Emittenten gegenüber, die mit einer Heraufstufung rechnen und sich damit weiter vom Ramsch-Niveau entfernen können. Sie repräsentieren ein Anleihe-Volumen von 229,1 Milliarden Dollar. „Aus der Transport-, Medien- und Unterhaltungsbranche kommen dies meisten potenziellen Aufsteiger“, hieß es.

Kommentare zu " Herabstufung: Anleihen für eine Billion Dollar droht der Ramsch-Status"

Alle Kommentare
  • Soeben hat FRESENIUS (Rating: BB / vormals "klassischer Ramsch") eine Anleihe plaziert, deren Coupon unter 3% liegt und die momentan bereits über pari liegt. Das zeigt doch perfekt, wie überhitzt (und zentralbankgesteuert) der Bondmarkt heute aussieht. Heidelberger Zement Bonds ("sog. "High Yield") bei 6 Milliarden Nettoschulden bringen teilweise nur noch etwas mehr als 4%, Air Berlin Anleihen (horrende Zahlen) liegen über pari. Eine Blase wie Sie im Buche steht - und die Fundamentaldaten der Wirtschaft sind schlecht. Ziehen die Zentralbanken nicht mit frischem Geld nach, droht der Ausverkauf.

  • @hanwufu

    Die die in größeren Mengen Staatsanleihen in ihren Bilanzen haben, analysieren die auch selbst. Da vertraut keiner irgendwelchen Ratingagenturen. Schaut man ich verschiedene Anleihen an sieht man das sich starke Kursveränderungen schon deutlich vor den offizielen Ratinganpassungen zeigen. Ratings "braucht" man lediglich zur Einhaltung von gesetzlichen Vorgaben.

  • mehr, viel mehr.

  • Sovereign Ratings sind eh total überflüssig.

    Warum haben Sovereigns so niedrige Yields (im Gegensatz zu anderen Assetklassen)? ... Weil es auch am einfachsten zu analaysieren ist.

    Sorry, wenn man eine riesen Bilanzsumme mit Sovereigns bestückt, dann sollte man auch das Trinkgeld übrig haben, um die überschaubare Anzahl an Emittenten selber zu analysieren. Dafür braucht man wirklich keine Ratingagentur.

  • @MUCBanker

    Junk Bond, HY, Non-IG... sind Synonyme. Ich glaube das war so eine Marketingentwicklung. Erst hieß mal "Junk Bond". Das hörte sich nicht so doll an. Dagegen hört sich "High-Yield" viel positiver an. Und das mit dem "Non-IG" kommt vor allem aus dem Bereich regulierter Marktteilnehmer (z.B. was ist deckungsstockfähig).

    Ich denke, dass das negative betonte "Junk" bzw. "Ramsch" eine schöne Sache für die Presse ist um ein bisschen Drama in die Schlagzeile zu bringen.

    Ich sage nie "Ramsch" zu CCC (ich sage nie Ramsch, weil das halt sooo 80s ist). CCC-Bonds haben eine eigene Art von Zinsstruktur, weil es blöd gesagt "Wetten" sind "wann" der Default kommt, und nicht "ob". Sieht man eine typische CCC-Curve kann man auch "distressed" sagen. Aber es kann auch CCC ohne ausgeprägte CCC-Curve sein (nicht mehr distressed). Da kamen die Ratingagenturen halt nicht mit dem Upgrade hinterher oder haben zu viel Panik geschoben.

    Der HB Artikel ist schon Ok. Die IG/Non-IG ist schon die wichtigste Schwelle, weil es das meiste Potential für Fire Sale hat (Alles "Made by Staat"). Aber Staatsanleihen ist das dann widerum nicht so schlimm, weil dann "Ausnahmen" ad hoc erfunden werden, oder es von vornerei per Gesetz egal ist. Und wenn alle/viele gleichzeitig unter die Schwelle fallen das noch besser für die Schuldner (Wenn eh alles Müll ist, dann kann man seinen Müll auch behalten...).

    Ich denke der größte Unterschied zwischen einen CCC bei Sovereigns und Corporates ist, dass man bei Corporates von vornerein davon ausgeht, dass irgendwer ausfällt. Darum ist ein CCC bei einem Sovereign eine Katastrophe, wo auf einmal eine Menge Folgefragen entstehen worum sich vor niemand einen Kopf machte. Dagegen ist ein CCC bei einem Corporate kein Weltuntergang.

    In welcher Ratingregion (grob IG vs HY) eine Firma sein will ist ab einer bestimmte Große das Ergebnis einer bewussten Finanzierungsstrategie. HY ist nicht schlimmer als IG, sondern einfach nur ein anderes Spiel.

  • Was soll das sein? Ein Artikel?

    Wenn Sie so weitermachen, stelle ich die Lektüre des Handelsblatts ein, Print und online.

  • Was soll das sein? Ein Artikel?

    Wenn Sie so weitermachen, stelle ich die Lektüre des Handelsblatts ein, Print und online.

  • Zuerst wird der US $ über Jahre hinweg die Leitwährung schlechthin und "privates" Geld von den Lloyds unter die Menschheit gejubelt, dann stellt sich heraus, alles nur geliehener Mammon und auf einmal ist der €, die vollkommen neu geschaffene Währung der Sündenbock für das eigene Verhalten, das weltweit an den Tag gelegt wurde und wird.

    Wenn dies das Kriterium der Wirtschaft, das sich nur noch Kriegen unterwirft, die Rendite für die eigenen Pension bzw. Rente hergibt, Lloyds, dann habt ihr alles was man falsch machen kann, getan. Aus Ende, Schluß und fertig. Die Erklärung, welche den Werteverfall ausdrücken sollen, sie haben weder einen wissenschaftlichen, gar keinen volkswirtschaftlichen Hintergrund. Die ZEIT des ungebremsten Zins und Zinseszins in der Kapitalansammlung, sie ist einfach nur vorüber.

    Sie wissen es, tun aber so, als ob sie dämlich sind, die Herren, genau wie die Damen.

  • Wie präzise solche Bewertungen auch sein mögen: daß die Bewertungen immer schlechter werden müssen, je mehr Schulden (normiert mit dem BIP) die Staaten aufnehmen, ist so simple wie das kleine 1x1.
    Daß das Problem auch Deutschland mehr und mehr erfaßt, verdanken wir Merkel, Schäuble und Spießgesellen, weil sie notleidende Anleihen dieser Staaten mit unserem Geld gekauft haben, die mittelfristig (nach der Bundestagswahl) wertlos werden. Diese Situation ist tatsächlich alternativlos, weil die die grün-rot-rote "Opposition" unser Geld in noch größerem Umfang aus dem Fenster werfen möchte.
    Daß dieses Geld von "unseren" moralisch und intellektuell minderbemittelten Politikern zum Teil für den Kauf von Anleihen verwendet wurde, mit deren Kauf Banken sich zuvor verzockt hatten und die nun gerettet werden mußten, ändert am Tatbestand so gut wie nichts.

  • Als ob sich noch irgend jemand für die "Ratings" der Betrügeragenturen interessieren würde.

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