Herabstufung droht
Jetzt ist auch Deutschlands Top-Rating in Gefahr

Das deutsche Top-Rating wackelt. Die Ratingagentur Standard & Poor's will offenbar den Ausblick auf negativ herabsetzen. Betroffen sind auch fünf weitere EU-Länder deren Bonität noch mit der Bestnote bewertet wird.
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New YorkDie Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) droht mit der Herabstufung von Deutschland und anderen Ländern der Euro-Zone mit der Bestnote AAA. Neben der Bonität Deutschlands wackelt auch das Top-Rating AAA von Frankreich, den Niederlanden, das Österreichs, Luxemburgs und Finnlands.

Noch am Montag wolle S&P den Ausblick der Länder auf negativ setzen, was eine Herabstufung innerhalb von 90 Tagen nach sich ziehen könnte, berichtete die britische Zeitung „Financial Times“. Die Wahrscheinlichkeit dafür läge dann bei 1:2. S&P weigerte sich, die Nachricht zu kommentieren. Die Nachrichtenagenturen Reuters und Dapd meldeten später am Montagabend unter Bezug auf Kreise in Brüssel, S&P wolle die Bonität sämtlicher Staaten der Euro-Zone überprüfen. Das berichtete auch die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Der Euro-Kurs reagierte mit Abschlägen und fiel unter 1,34 Dollar, die US-Börsen büßten einen Teil ihrer frühen Gewinne wieder ein.

Während Frankreichs Top-Rating schon seit mehreren Wochen als gefährdet gilt, war dies für Deutschland bis vor kurzem noch unvorstellbar. Allerdings hatte die Bundesrepublik Ende November erhebliche Probleme bei der Platzierung einer Anleihe und die Bundesbank musste als Käufer eines wesentlichen Teils einspringen.

Die Ratingagentur zeigte sich jetzt besorgt angesichts der „möglichen Auswirkungen“ der zunehmenden politischen, finanziellen und monetären Probleme der europäischen Wirtschaften und der europäischen Währungsunion.

S&P erhöht damit den Druck vor dem EU-Gipfel am Ende der Woche. Die Ratingagentur beklagte „den mangelnden Fortschritt“ der europäischen Politiker bisher. Er könne durch „strukturelle Schwächen in den Entscheidungsprozessen der Eurozone und der Europäischen Union“ verursacht sein.

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Die möglichen Folgen für den Euro-Rettungsschirm

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  • Man kann Ihnen durchaus zustimmen und Ihrer Art zu denken. Einen gewissen Optimismus in einer schwierigen Situation zuverbreiten kann angemessen sein.
    Es gibt allerding Lagen und dieser Lage scheinen wir uns immer mehr amzunähern, wo man zu Kenntnis nehmen muß, dass nur noch Sarkasmus und ein ständiges Treten ins bewußte Hinterteil den "Schlafmichel" zwingt, aus einem blinzelndem Halbschlaf aufzuwachen und die Realität so zu nehmen wie sie ist. Dazu können Beiträg wie die von Miss_Trauen durchaus beitragen. Es gibt bekanntlich Kuren und Rosskuren, wobei letztere in krisenhaften Fällen oft hilfreicher sind als sedierende Mittel.

  • Na,na!Hat hier mal Einer nachgeguckt,WER da betroffen ist bei dieser Abwertung?Nein?
    Es ist der "Bundes-Pensions-Service fuer Post und Telekommunikation e.V.".
    Ich war so frei und schrieb S&P an um eine Erklärung oder Stellungnahme bezgl Tragweite,Einfluß und Auswirkung bei möglicher Herabstufung.
    Immerhin sind da die Pensionsgelder drin!!

  • eine dreiste unverschaemtheit, wie diese amerikanische privatfirma wahrscheinlich mit regierungs-auftrag aus washington versucht den euro und deutschland kaputt zu machen. ich hoffe diese firma wird in europa verboten!!!

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