Herabstufung durch S&P
Italiens Anleihen kurz vor „Ramsch“

Italien steckt weiterhin in der Krise, nun senkt die Ratingagentur S&P die Bonitätsnote. Das Land steht damit nur noch eine Stufe über Ramschniveau. Ein anderer Euro-Staat erhielt dagegen ein besseres Rating.
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LondonDie Kreditwürdigkeit Italiens befindet sich nach Einschätzung der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) wegen der Wirtschaftsflaute nur noch knapp über „Ramsch“-Niveau. Die Bonitätsexperten senkten ihre Bewertung am Freitag auf „BBB-“ von „BBB“ und verpassten der Regierung von Ministerpräsident Renzi damit einen schmerzhaften Rückschlag. Renzi hatte sein Amt im Februar mit ehrgeizigen Reformversprechen angetreten, konnte das Land jedoch nicht aus der Rezession befreien.

Die neue Bewertung ist nur noch eine Stufe vom „Ramsch“-Status entfernt, der Anleihen als spekulativ einstuft. Viele Großanleger wie Rentenfonds dürfen nicht in spekulative Anleihen investieren.

Deshalb ist die Unterscheidung von großer Bedeutung und eine weitere Herabstufung könnte dazu führen, dass Italien bei künftig höhere Zinsen zahlen muss. S&P bezeichnete den Ausblick für die Bonitätsbewertung jedoch als stabil und signalisierte damit, dass auf absehbare Zeit keine weitere Herabstufung zu erwarten sind.

S&P begründete den Schritt mit einer schwachen Wirtschaftsleistung und einer dürftigen Wettbewerbsfähigkeit des Landes. Beides erschwere die Finanzierung des hohen und weiter anschwellenden Schuldenbergs.

S&P geht davon aus, dass die italienische Wirtschaft 2015 um lediglich 0,2 Prozent zulegt und in dem Zeitraum von 2014 bis 2017 im Durchschnitt nur 0,5 Prozent pro Jahr. Im Juni war die Agentur noch von einem Durchschnittswachstum von 1,0 Prozent ausgegangen. Die italienische Wirtschaftsleistung dürfte in diesem Jahr bereits das dritte Mal in Folge abnehmen.

Einige Analysten zeigten sich überrascht von der Herabstufung, weil die Hoffnung auf Staatsanleihenkäufe durch die Europäische Notenbank (EZB) am Finanzmarkt die Renditen italienischer Schuldenpapiere auf ein Rekordtief gedrückt hat. S&P prognostizierte aber ein deutliches Anwachsen des Schuldenbergs in den kommenden Jahren. Das Finanzministerium in Rom lehnte eine Stellungnahme zu der Herabstufung ab.

Die Probleme Italiens wurden zusätzlich dadurch unterstrichen, dass S&P die Bewertung von Irland gleichzeitig auf „A“ anhob. Irland war noch tiefer in die Schuldenkrise gerutscht als Italien, aber die Wirtschaft verzeichnet mittlerweile wieder ein solides Wachstum. S&P erklärte, sie lobe die überzeugenden irischen Pläne zur Sanierung des Haushalts.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Herabstufung durch S&P: Italiens Anleihen kurz vor „Ramsch“"

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  • BBB- ist kein Pappenstiel.Das ist Ernst.Nur eine Stufe über Ramsch-wo soll das enden....?
    Liest man sich die Begründung durch,so sind alle Punkte berechtigt.Im Moment nimmt das keiner zur Kenntnis.Aber was-wenn doch...?

  • Italiens Anleihen kurz vor „Ramsch“

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    Im kommender Jahr 2015 wollen die Möchtegerne Politiker der EU an 500 Millionen Europäer eine bessere Welt versprechen aber können es niemals erreichen.

    Diese aktuelle EU hatte bis 31.03.2014 alle Möglichkeiten gehabt bereits jetzt am Jahresende 2014 einen enormen arbeitslosen Rückgang zu melden,

    ABER stattdessen versteckt diese EU die Realität dass wir in Europa bereits die 40 Millionen EU-Arbeitslosen haben

    WEIL nicht jeder Arbeitsloser in der EU hat sich auch als Bezieher eingetragen

    ODER befinden sich in Möchtegerne weiterbildungsmaßnahmen und sind in dieser zeit aus der Statistiken ausgetragen.

    So darf sich gerne die Bundeskanzlerin im Deutschen Parlament gerne wünschen dass etwa Menschen in Deutschland die älter sind als 45 Jahren auch einen Arbeitsplatz bekommen

    WÄHREND die Jobcenter in der gleicher zeit sich Ohnmächtig befinden weil solche ab 45 und egal wie gesund und egal wie Gut Qualifiziert einfach GAR KEINEN ARBEITSPLATZ BEKOMMEN.

    Dieses ist in Ganz Europa zu erkennen und sind auch der Grund warum man etwa im portugiesischen TV von Portugiesischen Politiker geraten bekommt sogar nach Afrika auszuwandern.

    Zur gleicher Zeit landen auf Lampedusa Tausende von Afrikaner die sich in Europa einen besseren leben erhoffen.

    UND SELBST DA LÄSST DIE EU DANN ITALIEN IM STICH UND MIT DEN KOSTEN FÜR DIE FLÜCHTLINGE ALLEINE.

    Einheit und Gleichheit sollte anders in der EU aussehen damit man diese heutige EU auch GLAUBEN schenken kann.
    Dann wundert sich aber diese EU dass die EU-Wahlbeteiligung so geringfügig ausgefallen ist und in Wirklichkeit keinerlei Legitimität an dessen Brüsseler Politiker abgibt weiter zu machen da es sich hierbei NICHT UM DIE MEHRHEIT DER WAHLBERECHTIGEN HANDELT wie es in eine echte Demokratie erforderlich ist.

    Aber der LISSABONER VERTRAGSBRUCH DER EU beweist an jedem Europäer wie UNGLAUBWÜRDIG DIE EU HANDELT.

    Einerseits vom Volk sparen verlangen aber dann dreistellige MILLIONEN VERSCHWENDEN

  • Ich bitte Sie - Blackrock ist der weltgrößte Anlagenverwalter. Die sind doch garantiert seriööös.
    Und die würden doch bestimmt nie ,nie ,nie auch noch Schrott mit Gewinn an die EZB verkaufen... ;-)

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