Herabstufung
Irlands Rating nur noch knapp über Ramsch-Niveau

Die Bankenrettung und die schlechten wirtschaftlichen Aussichten hinterlassen ihre Spuren: Die Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit Irlands auf einen Schlag um fünf Noten herabgestuft. Und ein Ende der negativen Nachrichten ist noch nicht absehbar.
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HB DUBLIN. Die Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit Irlands um gleich fünf Noten reduziert. Irland bekomme jetzt nur noch die Note "Baa1" nach zuvor "Aa2", teilte Moody's am Freitag mit. Gleichzeitig warnte Moody's vor einer weiteren Herabstufung, falls das Land seine Schuldenentwicklung nicht auf absehbare Zeit unter Kontrolle bringe. Die Note "Baa1" liegt nur noch zwei Noten über Ramschniveau. Erst am Donnerstagabend hatte Moody's Griechenland mit einer erneuten Herabstufung gedroht.

Moody's begründete die Absenkung des irischen Status' mit den Kosten der Bankenrettung, der gestiegenen Unsicherheit über den wirtschaftlichen Ausblick des Landes und dem Rückgang der Finanzstärke der Regierung. Der Ausblick bleibe negativ. Diese Formulierung deutet auf eine weitere Herabstufung hin. Die Unsicherheit mit Blick auf die irische Wirtschaft resultiere aus dem anhaltend starken Abwärtstrend des Finanz- und des Immobiliensektors. Zudem gingen die Kredite an den privaten Sektor weiter zurück. Bereits in der vergangenen Woche hatte Fitch dem Land das A-Rating aberkannt: Fitch senkte die Bewertung von "A+" auf "BBB+".

Börsianer in Frankfurt reagierten betont gelassen auf die neuerliche Absenkung: "Die Abstufung Irlands durch Moody's haben die Börsen größtenteils bereits eingepreist, und die drohende Abstufung Griechenlands interessiert momentan auch nicht wirklich", sagte ein Händler. Ein anderer Börsianer sagte, den deutschen Aktienmarkt belasteten solche Nachrichten schon lange nicht mehr - "im Gegenteil, sie sind immer wieder ein Grund für weltweit tätige Aktienhändler, weiter am deutschen Markt zu investieren".

An den europäischen Aktienbörsen ließ sich kurz nach Handelsbeginn am Freitag in der Tat keine eindeutige Tendenz erkennen. Die Indizes bewegten sich in engen Spannen um den Vortagesschluss. Während die Herabstufung von Irland leicht bremsend wirkte, sorgte die Entscheidung der EU-Politiker, 2013 einen permanenten Mechanismus zur Krisenbekämpfung einzurichten für etwas Auftrieb.

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Kommentare zu " Herabstufung: Irlands Rating nur noch knapp über Ramsch-Niveau"

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  • Da hat aber die FiMOSTAPO mal wieder böse zu früh oder zu spät zugeschlagen! Wie man es nimmt.
    Danke, lieber börsianer, daß hier schon keiner mehr um diese Aussagen was gibt.
    Und das unsere EU-Politiker dank des kontinuierlichen Rettungsmaßnahmen für Auftrieb sorgten ist für mich klar: Wenn ich mit einem hohlen Kopf ins Wasser steige, dann schwimmt es sich wie von alleine!

  • So viel zur Tauglichkeit der bisherigen Maßnahmen zur Stabilisierung des Euros (siehe auch: http://stefanleichnersblog.blogspot.com/2010/11/irland-krise-regierungen-bleiben-eine.html).

    Wirksamer und wichtiger als nebulös formulierte Mini-Vertragsänderungen, die irgendwann in ein paar Jahren vielleicht mal in Kraft treten, wäre ein geeigneter Regulierungsrahmen für Ratingagenturen in der EU und ergänzend die Schaffung einer europäischen Ratingagentur und zwar möglichst bald.

  • Und wann bewertet endlich mal jemand die Halunken von Moodys? Da sind doch Verbrecher am Werk, die ganz gezielt im Namen der FED und der amerikanischen Regierung Europa fertig machen wollen. Wann wird endlich die Kreditwürdigkeit von Amerika abgewertet? Da scheint ja offensichtlich kein interesse dran zu bestehen, dabei haben die nun wirklich allen Grund mit einem Ramschstatus verglichen zu werden....

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