Hochzinsanleihen
Ist die Party vorbei?

Das Zinstief verführt Unternehmen zum Schuldenmachen und renditehungrige Anleger zu riskanten Investitionen. Junkbonds werden ausgegeben wie nie. Doch geht das billige Geld der Fed aus, könnte die Party böse enden.
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Frankfurt/LondonDie Verluste bei europäischen Hochzinsanleihen weiten sich aus. Gleichzeitig liegt das Emissionsvolumen von Junkbonds dieses Jahr bereits höher als im gesamten vergangenen Jahr, da die Unternehmen die rekordniedrigen Finanzierungskosten nutzen.

Anleger haben in den ersten fünf Tagen des laufenden Monats 0,6 Prozent Verlust erlitten, nach 0,6 Prozent im Mai, wie ein Index der Bank of America Merrill Lynch zeigt. Seit Jahresbeginn wurden Hochzinsanleihen für 34,6 Milliarden Euro begeben. Das war der höchste jemals zu dieser Jahreszeit verzeichnete Stand, wie aus Daten von Bloomberg hervorgeht.

Die beispiellose Rally an den Anleihemärkten, die Junkbonds im vergangenen Jahr einen Gewinn von nahezu 15 Prozent beschert hat, ist jedoch gefährdet: Die US-Notenbank hat angedeutet die Schwemme billigen Geldes einzudämmen. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen bewegt sich nahe einem 14-Monats- Hoch, und ein ähnlicher Anstieg der Renditen europäischer Benchmarkanleihen könnte sich zusammen mit der immer noch schrumpfenden Wirtschaft als üble Mischung für die Anleihegläubiger erweisen.

Die Kosten für die Absicherung europäischer Hochzinsanleihen gegen einen Zahlungsausfall sind im vergangenen Monat vom niedrigsten Stand seit zwei Jahren gestiegen. Der Markit iTraxx Crossover Index für Kreditausfallswaps (CDS) auf 50 Unternehmen mit Junk-Status hat seit dem 22. Mai um 80,5 auf 446,5 Basispunkte angezogen. „Die Investoren sind besorgt darüber, was mit den großen Mengen renditesuchenden Geldes passieren wird, die ihren Weg zu den Anleihen gefunden haben”, sagte Hans Lorenzen, Kreditstratege bei Citigroup Inc. in London. „Werden die Anleger sich dafür entscheiden, dass die Party vorbei ist und es Zeit ist, weiterzuziehen?”

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