Hoffen auf die Wende
Experten sehen Chancen für Zwitterpapiere

Nach kräftigen Kursverlusten und massiven Verkaufswellen im vergangenen Jahr sehen Experten nun verstärkt Chancen bei Wandelanleihen. So könnten die Wandler in diesem Jahr besser abschneiden als Aktien und Unternehmensanleihen. Worauf Anleger bei den so genannten "Zwitterpapieren" achten sollten.

FRANKFURT. Investoren, die ihr Geld im vergangenen Jahr in Wandelanleihen gesteckt haben, sind damit schlecht gefahren. Gemessen am UBS Global Index für internationale Wandelanleihen brachten die Papiere den Investoren rekordhohe Verluste von 32,5 Prozent. Jetzt sehen Experten aber Chancen. "Nach den massiven Verkaufswellen im September und Oktober sind viele Wandler attraktiv bewertet", sagt Alan van der Kamp, der bei der Fondsgesellschaft F&C Asset Management institutionelle Wandelanleihe-Investoren betreut. Auch Thomas Meyer, Fondsmanager für Wandelanleihen bei KBC Asset Management, sieht angesichts der äußerst niedrigen Kursniveaus jetzt Aufholpotenzial.

Die Analysten von Barclays Capital sind überzeugt, dass Wandelanleihen in diesem Jahr besser als Aktien und Unternehmensanleihen abschneiden werden. Das ist interessant, weil die Wandler eine Mischung aus Aktien und Unternehmensanleihen sind (s. "Zwitterpapiere"). Wie bei Anleihen bekommen Anleger Zinsen und am Ende einer festen Laufzeit ihr Kapital zurück. Die Zinsen sind niedriger als bei herkömmlichen Unternehmensanleihen, weil die Investoren die Anleihen in Aktien wandeln können. Dabei werden die Umtauschverhältnisse - wie viele Aktien es zu welchem Kurs für die Anleihen gibt - bei der Platzierung der Wandler festgesetzt. Der Tausch lohnt sich, wenn die Kurse der zugrunde liegenden Aktien so stark steigen, dass es die Aktien über die Wandlung günstiger gibt als über den Kauf an der Börse.

Die meisten Fonds setzen indes nicht auf die Wandlung in Aktien, sondern auf Kurssteigerungen der auch Convertibles genannten Papiere. Und die Chancen dafür sind gar nicht schlecht. Immerhin haben die Spezialpapiere den Investoren seit Dezember 2008 laut UBS Global Index Gewinne von rund sechs Prozent eingebracht. Zum Vergleich: Aktien - gemessen am MSCI World - verloren seither weitere sechs Prozent, und auf Euro lautende Unternehmensanleihen mit Ratings im vergleichsweise sicheren Bereich brachten den Anlegern Erträge von nur 1,6 Prozent.

Das ist ein Lichtblick nach dem katastrophalen Convertible-Jahr 2008: "Die Wandelanleihen haben nicht so funktioniert, wie sie sollten", sagt van der Kamp von F&C. Denn eigentlich halten sich Wandelanleihen auch in Krisenzeiten wegen der Anleihe-Komponente - also der Rückzahlung zu 100 Prozent - stabiler als Aktien. Im vergangenen Jahr brachen aber nicht nur die Aktienkurse, sondern auch die vieler Firmenanleihen ein.

Seite 1:

Experten sehen Chancen für Zwitterpapiere

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%