Hohe Preisspannen bei An- und Verkauf
Beim Anleihekauf lohnen Vergleiche

Was beim Kauf eines Autos oder einer Waschmaschine für jeden Konsumenten üblich ist, lohnt sich auch beim Erwerb von Anleihen: Der Preisvergleich bei verschiedenen Anbietern.

FRANKFURT. Gerade bei festverzinslichen Wertpapieren - die oft weniger liquide als Aktien sind - gibt es große Unterschiede an den verschiedenen Handelsplätzen. Sehr groß sind auch die Handelsspannen, also die Differenzen zwischen Kauf- und Verkaufskursen.

Das gilt selbst für Staatsanleihen. Eine in zehn Jahren fällige Anleihe aus Griechenland mit einem Zinsschein von sechs Prozent wurde gestern Nachmittag in Frankfurt zum Kurs von 106,12 Prozent angeboten, in Stuttgart lag der Kurs bei 106,82 Prozent. Anleger, die den Bond verkaufen wollten, fanden dafür in Frankfurt Abnehmer zu 105,22 Prozent und in Stuttgart zu 105,94 Prozent. Das bedeutet beim Kauf einen Unterschied von 0,7 Prozentpunkten und Handelsspannen um die 0,9 Prozentpunkte. In München lag die Spanne sogar bei 1,5 Prozentpunkten. Die Unterschiede zehren empfindlich an der Rendite.

Bei Unternehmensanleihen ist die Lage noch dramatischer. Bei einem zehnjährigen Bond der Deutschen Bahn mit einem Kupon von fünf Prozent lag die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs gestern Nachmittag in Frankfurt bei enorm hohen sieben und in Düsseldorf bei zwei Prozentpunkten. In Düsseldorf bekamen Anleger die Anleihe zum Kurs von 104,25 Prozent, in Frankfurt war sie mit 107,20 Prozent deutlich teurer.

Gerhard Schleif, Ex-Chef der für die Verwaltung der Bundesschulden zuständigen Deutschen Finanzagentur, findet die Entwicklung bedenklich und meint, dass die Börsen sicherstellen sollten, dass ihre Preise eine verlässliche Bewertungsgrundlage für Investoren bleiben. "Die Anleger müssen geschützt werden", sagt Schleif, der heute Berater bei DB Advisors, dem Vermögensverwalter für institutionelle Kunden der Deutschen Bank, ist.

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