Hohe Renditen
Banken setzen auf Bonds

Die Unsicherheit über die steigenden Zahlungsausfälle bei bonitätsschwachen privaten Hypothekenschuldnern in den USA haben die Risikoaufschläge von nachrangigen Bankenanleihen in die Höhe schnellen lassen. Das macht die Papiere laut Analysten attraktiv, obwohl die Papiere risikoreicher sind als herkömmliche Bankenbonds.

FRANKFURT. „Mittelfristig gibt es kaum Gründe für anhaltend hohe Aufschläge, von daher sind die Papiere breit aufgestellter Banken mit guten Ratings derzeit für Einsteiger interessant“, meint zum Beispiel Jens Huuck von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Auch das unabhängige Analysehaus Credit Sights sieht trotz mangelnder Transparenz in der Krise um schwache „Subprime“-Hypotheken in den USA derzeit keine großen Gefahren für europäische Banken und deren Bonds.

Aktuell rentieren auf Euro lautende nachrangige Bankenanleihen der Kategorie „Tier 1“ nach Daten von Merrill Lynch im Schnitt knapp 1,2 Prozentpunkte über sicheren Bundesanleihen. So hoch war der Renditeaufschlag seit zehn Monaten nicht. Normale vorrangige Anleihen von Banken bieten dagegen nur ein mageres Renditeplus von gut 0,3 Prozentpunkten.

Banken können die Tier-1-Anleihen auf das Kernkapital anrechnen. Dieses ist Teil des Eigenkapitals, mit dem die Finanzinstitute ihre Geschäfte unterlegen müssen. Um zum Kernkapital zu zählen, müssen die Bonds bestimmte Kriterien erfüllen. So werden die Besitzer der Anleihen bei einer Insolvenz der entsprechenden Bank erst nach allen anderen Gläubigern ausgezahlt. Deshalb bewerten die Ratingagenturen die Kreditwürdigkeit der Tier-1-Anleihen meist zwei bis drei Stufen schlechter als die Bonität der emittierenden Banken.

Zudem werden die jährlichen Zinsen nur dann gezahlt, wenn die Bank eine Dividende ausschüttet und durch die Zinszahlung die aufsichtsrechtlich vorgeschriebenen Mindestanforderungen an die Kapitalausstattung nicht unterschritten werden. „Anleger müssen sich vor dem Kauf der Papiere gut beraten lassen und wissen, worauf sie sich einlassen“, betont Oliver Piquardt, Analyst bei der DZ Bank.

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