Hohe Rohstoffpreise stützen die Wirtschaft
Russische Unternehmen drängen an den Anleihemarkt

Der russische Ölpipeline-Monopolist Transneft hat am Mittwoch eine Anleihe über rund eine Mrd. Dollar begeben und sich damit so günstig refinanziert wie kein russisches Unternehmen zuvor.

HB FRANKFURT. Angesichts der hohen Nachfrage reduzierte Transneft den Risikoaufschlag für den Bond und platzierte das siebenjährige Zinspapier schließlich mit einer Emissionsrendite von etwa 5,7 Prozent. Transneft will mit der von Credit Suisse und Goldman Sachs geführten Emission zum Teil den geplanten Bau einer Ölpipeline im Pazifik für über elf Milliarden Dollar refinanzieren.

Gleichzeitig kündigte diese Woche der russische Gaskonzern Gazprom die Emission einer Anleihe in verschiedenen Währungen über bis zu drei Mrd. Dollar an. Ende des Monats will der Konzern bei Investoren in Großbritannien und den USA für den Bond werben. Das Mandat für die Gazprom-Emission teilen sich Credit Suisse und Morgan Stanley. Bankern zufolge plant zudem der Ölkonzern Rosneft bis Mitte des Jahres Bonds über bis zu vier Mrd. Dollar.

Alle drei Unternehmen werden vom russischen Staat kontrolliert. Dabei hat jedoch nur Transneft von den Ratingagenturen dieselbe Bonitätsnote wie Russland. Gazprom und Rosneft werden etwas schwächer als der Staat benotet. Moody’s bewertet Transneft wie auch Russland mit der sechstbesten Bonitätsnote „A2“, Standard & Poor’s hat für beide das zwei Stufen niedrigere Rating „BBB+“ vergeben. Die neue Transneft-Anleihe bietet dennoch etwas mehr Rendite als zum Beispiel eine erst in elf Jahren fällige Dollar-Anleihe des russischen Staates. Russland gehört zu den Netto-Gläubigern und hat schon lange keine Anleihen mehr begeben. Die hohen Rohstoffpreise, der private Konsum und große staatliche Investitionen stützen die russische Wirtschaft. Volkswirte rechnen für 2007 mit einem Wirtschaftswachstum von rund sechs Prozent.

„Staatliche russische Konzerne profitieren von der wachsenden Finanzkraft Russlands“, sagte Michael Galkin, Leiter des Anleiheresearchs bei der MDM Bank in Moskau, der Nachrichtenagentur Bloomberg. Der Staat dürfte zudem seine dominierende Rolle im Energiebereich – ähnlich wie im Bankensektor auf absehbare Zeit nicht abgeben, meinten die Analysten von Cominvest, der Fondstochter der Commerzbank. Die Strategen von Dresdner Kleinwort empfehlen, russische Staats- und Unternehmensanleihen im Bondportfolio überzugewichten.

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