Hohes Emissionsvolumen
Japans Konzerne entdecken Anleihen wieder

Auf der Suche nach frischem Kapital finden japanische Unternehmen zunehmend den Weg an den Rentenmarkt. Seit Jahresbeginn haben Japans Konzerne bereits 175 Mrd. Euro über Annleihen aufgenommen. Bei den Investoren rennen die Unternehmen damit offene Türen ein. Das hat auch der Toyota-Konzern erkannt, der erstmals seit sieben Jahren wieder einen Bond begibt.

TOKIO. Japans Großunternehmen decken ihren steigenden Kapitalbedarf in der Krise durch große Anleihemissionen. Seit Anfang des Jahres haben japanische Emittenten bereits 175 Mrd. Euro aufgenommen, wie Marktdaten zeigen. Die Firmen nutzen dabei ein wieder besseres Umfeld mit fallenden Zinsen und staatlicher Unterstützung für diesen Finanzierungsweg.

"Die relativ glatte Aufnahme des steigenden Angebots durch den Markt weist darauf hin, dass die Anleger die guten Gelegenheiten zu schätzen wissen", schreiben Experten von Barclays Capital in Tokio. Mit Panasonic und Toyota sind auch zwei der weltgrößten Unternehmen mit dabei. Sie verfügen im Kern über eine gesunde Bilanz und hohe Reserven, benötigen jedoch für das laufende Geschäft derzeit verstärkt Mittel.

Einer Statistik des japanischen Finanzministeriums zufolge ist der durchschnittliche Gewinn der japanischen Industrieunternehmen im Abschlussquartal 2008 um 94 Prozent im Vorjahresvergleich gefallen. Die Gruppe der Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung über einer Mrd. Yen (acht Mill. Euro) lag unterm Strich tief im Minus - zum ersten Mal seit 1959. Darunter traf es die exportorientierten Unternehmen, die zusammen 3,5 Mrd. Euro Verlust machen, am schlimmsten.

Die Bank of Japan (BoJ) will helfen, doch ihre Aktion weckte bislang nur wenig Begeisterung. Sie hatte vor, den Anleihemarkt direkt zu stützen: Am Mittwoch kaufte sie Finanzinstitutionen direkt Unternehmensanleihen ab und nahm sie in ihre Bücher. Diese Aktion will die BoJ von nun an regelmäßig wiederholen. Bis September will die BoJ Anleihebestände für rund acht Mrd. Euro aufbauen. Der Widerhall fiel am Mittwoch allerdings wider Erwarten nur sehr mäßig aus.

Die Notenbank war bereit, 150 Mrd. Yen auszugeben, konnte jedoch nur Anleihen für 45 Mrd. aufkaufen. Den Grund für die Zurückhaltung sehen Analysten darin, dass die BoJ zu wählerisch ist. Sie will nur Papiere mit guten Ratings und geringem Risiko kaufen. Für diese Anleihen gibt es jedoch ohnehin genug private Käufer. Aus den Banken war zu hören, dass diese mehr Interesse an einem Verkauf von Risikopapieren an die Zentralbank haben.

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