Hybrid-Anleihen Renditekick bei Firmenbonds

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Großes Interesse bei Investoren

Und weil sich so viele Investoren für die wenigen Bonds interessieren, sind auch die Hybridrenditen auf historisch niedrige Stände gesunken. Eine nachrangige Anleihe von Siemens, die der Konzern in gut vier Jahren zurückzahlen kann, rentiert mit nur noch gut 2,6 Prozent.

Mit 2,9 Prozent etwas mehr bietet eine vergleichbare hybride Anleihe von Linde. Renditen von immerhin fünf und 5,5 Prozent gibt es bei Nachrangpapieren von RWE und Energie Baden-Württemberg (EnBW). Die Aufschläge hängen auch damit zusammen, dass Versorger im Zuge der Energiewende unter Druck geraten sind.

Auch Linde profitiert von den hybriden Anleihen. Quelle: dapd

Auch Linde profitiert von den hybriden Anleihen.

(Foto: dapd)

Alle vier Anleihen gehören zu denen, die die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) institutionellen Investoren zum Kauf empfiehlt. Nach Ansicht vieler Bond-Experten sollten es RWE und EnBW schaffen, ihre Ratings dank geplanter Verkäufe von Vermögensteilen und angekündigter Kostendisziplin zu halten. Siemens und Linde gelten allgemein als defensive und stabile Werte.

Aber passen die inzwischen auch für die deutsche Konjunktur schlechteren Aussichten und die niedrigen Renditen der Hybrid-Bonds zusammen? "Durchaus", meint Sven Kreitmair, der das Research für Unternehmensanleihen bei der italienischen Großbank Unicredit leitet: "Interessant sind eben die Konzerne, deren Geschäfte relativ unabhängig von der Konjunktur sind und die zudem selbst eine gute Bonität haben."

Renditen von immerhin fünf und 5,5 Prozent gibt es bei Nachrangpapieren von RWE. Quelle: dapd

Renditen von immerhin fünf und 5,5 Prozent gibt es bei Nachrangpapieren von RWE.

(Foto: dapd)

Auch Marco Ryll, Kreditanalyst bei der LBBW, findet hybride Anleihen solider Unternehmen noch interessant: "Die Renditeaufschläge im Vergleich zu den herkömmlichen Anleihen sind einen Blick wert, vor allem bei Versorgern." Das größte Risiko sieht Ryll darin, dass die Unternehmen die Anleihen nicht wie geplant in einigen Jahren zurückzahlen.

Grund dafür ist wiederum das Niedrigzinsumfeld. Denn wenn die Unternehmen die Anleihen nicht tilgen, ändern sich die Zinsscheine meist von fest auf variabel. Sie verzinsen sich dann mit einem Aufschlag auf die Interbankenzinssätze. Da diese jedoch stark gesunken sind, gibt es nach der Umstellung niedrigere Kupons. "Für Unternehmen ist genau das attraktiv, zumal sie die hybriden Anleihen während der Laufzeit zum Teil auf ihr Eigenkapital anrechnen können", erklärt Ryll.

Nicht der beste Einstiegszeitpunkt
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