Ifo-Geschäftsklimaindex
Renditen der Anleihen ziehen an

Die Kapitalmarktzinsen sind gestern sowohl im Euro- als auch im Dollarraum kräftig gestiegen. Begründet wurde dies für das europäische Rentengeschäft vor allem mit dem unerwartet kräftigen Anstieg des deutschen Ifo-Geschäftsklimaindex für Februar von 101,8 auf 103,3. Das ist der höchste Stand seit 14 Jahren.

HB FRANKFURT. Analysten hatten mit einem geringeren Anstieg gerechnet. Positiv wurde in diesem Kontext gewertet, dass die konjunkturelle Verbesserung jetzt auch im deutschen Dienstleistungssektor zu spüren war. „Dies nährt Hoffnungen, dass die Binnenwirtschaft in diesem Jahr stärker am Wirtschaftswachstum partizipieren kann“, sagte Lothar Hessler von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Durch die zuletzt positiven Konjunkturzahlen erhielten jedoch die Ängste vor einer weiteren Verschärfung der Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank (EZB) neue Nahrung. Die EZB hatte den Leitzins im vergangenen Dezember erstmals nach fünf Jahren um 25 Basispunkte auf 2,25 Prozent angehoben. Der März-Kontrakt des Bund-Futures schloss mit 120,45 um 50 Basispunkte niedriger als am Mittwoch. Im Gegenzug stieg die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen, die sich gegenläufig zu den Anleihekursen entwickelt, kräftig von 3,40 auf 3,48 Prozent.

Der US-Bondmarkt geriet in den Sog des schwachen Euro-Anleihemarktes. Hinzu kam, dass die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe überraschenderweise um 20 000 auf 278 000 schrumpften. Analysten hatten im Durchschnitt mit 300 000 Anträgen gerechnet. Diese Zahlen würden auf einen anhaltend stabilen US-Arbeitsmarkt schließen lassen, hieß es. Daraus leiteten die Marktteilnehmer die Erwartung einer weiter restriktiven Kreditpolitik der US-Notenbank (Fed) ab. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg daher von 4,53 auf 4,56 Prozent. ret

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