Im ersten Halbjahr Anleihen über rund 24 Milliarden Euro ausgegeben
KfW plant derzeit keine weitere Umtauschanleihe

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) plant derzeit nach den Worten ihres Vorstandssprechers Hans Reich keine weitere Umtauschanleihe wie bei der Deutschen Telekom. Grundsätzlich schloss Reich aber neue Emissionen dieser Art nicht aus.

Reuters FRANKFURT. Reich bestätigte am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Frankfurt den Refinanzierungsbedarf von bis zu 50 Mrd. Euro für das Jahr 2003. Im Rahmen des Euro-Benchmark-Programms der staatlichen Förderbank sollen in diesem Jahr weitere 5 Mrd. Euro ausgegeben werden. Im Verlauf des kommenden halben Jahres sei außerdem mit einer neuen Globalanleihe im Rahmen des Dollarprogramms zu rechnen.

„Wir planen derzeit keine weitere Umtauschanleihe“, sagte Reich. Auf die Frage, ob die KfW generell auch eine Umtauschanleihe auf Aktien der Deutschen Post begeben könnte, antwortete er: „Grundsätzlich wäre das eine Möglichkeit.“

Am Dienstag hatte die staatliche Förderbank die Finanzmärkte mit der Emission einer in Aktien der Deutschen Telekom wandelbaren Anleihe über mindestens 4,5 Mrd. Euro - der größten, je begebenen Wandelanleihe - überrascht. Das Volumen entspricht rund sechs Prozent der Telekom-Anteile. Bisher hält die KfW rund zwölf Prozent an dem Ex-Monopolisten. An der Post hält die Förderbank einen Anteil von knapp 19 Prozent.

KfW mit Emission "im Plan leicht voraus"

Im ersten Halbjahr seien insgesamt Anleihen über rund 24 Mrd. Euro ausgegeben worden, sagte Reich. Aktuell liege das Volumen nach der Umtauschanleihe auf Telekom-Aktien bei gut 35 Mrd. Euro. „Wir liegen damit im Plan leicht voraus.“ Das im Dezember angekündigte Emissionsvolumen von bis zu 50 für 2003 bestätigte Reich aber. Die von der Bundesregierung geplante Verschmelzung von KfW und Deutscher Ausgleichsbank (DtA) habe keine Auswirkungen auf das Emissionsvolumen.

34 Prozent der gesamten Emissionen der KfW in der ersten Jahreshälfte entfielen den Angaben zufolge auf Anleihen der beiden Benchmark-Programme der Förderbank. Als Benchmarkanleihen gelten Papiere die nach ihren Konditionen für Anleger und andere Emittenten richtungweisend sind. 43 Prozent seien auf andere öffentliche Anleihen, 23 Prozent auf Privatplatzierungen entfallen.

Weitere Benchmark-Emission in 2003 nicht geplant

Im kommenden halben Jahr sollen im Rahmen des Euro-Benchmark-Programms weitere5 Mrd. Euro emittiert werden. Reich präzisierte aber nicht, ob eine weitere Emission über den gesamten Betrag oder Aufstockungen vorhandener Euro-Benchmark-Anleihen geplant seien. In diesem Jahr hat die KfW bereits zwei Anleihen über je fünf Milliarden Euro im Rahmen dieses Programms am Markt platziert. Seit Start des Programms 2001 hat die KfW bereits acht Anleihen mit diesem Volumen begeben.

Außerdem sei mit einer neuen Globalanleihe im Rahmen des Dollarprogramms zu rechnen. Im ersten Halbjahr 2003 hatte die KfW bereits eine Anleihe über 3 Mrd. Dollar ausgegeben. Bisher hatten die in diesem Programm emittierten Papiere alle ein Volumen von 3 Mrd. Euro.

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