Initiative von Vermögensverwaltern will auch deutsche Vertreter ins Boot holen
Anleihebesitzer fordern mehr Rechte

Unternehmen unter Druck. Nicht nur Aktionäre verlangen mehr Schutz und Rechte. Auch von Seiten der Besitzer von Anleihen werden immer mehr Forderungen laut: Die Initiative europäischer Vermögensverwalter, die sich für bessere Standards bei Unternehmensanleihen und mehr Rechte der Bondbesitzer einsetzt, will nun auch deutsche und italienische Vertreter ins Boot holen.

FRANKFURT/M. Im Oktober hatten sich 26 vorwiegend britische, niederländische und französische Fondshäuser zusammengeschlossen, um auf Missstände an den Märkten für in Euro und britischen Pfund ausgegebenen Unternehmensanleihen aufmerksam zu machen. Die Federführung bei der Initiative haben die Vermögensverwalter (Asset Manager) Barclays Global Investors, Gartmore und M&G.

Deutsche und Italiener waren zunächst außen vor geblieben. „Wir haben zunächst die Investoren angesprochen, die wir gut kennen, um schneller vorwärts zu kommen und eine größere Aufmerksamkeit zu erzielen,“ erklärt Stephen Wilson-Smith, Leiter der Analyse für Unternehmensanleihen bei M&G. Die bislang beteiligten Häuser halten Unternehmensanleihen im Wert von rund 100 Mill. £ und 830 Mill. Euro und damit die Hälfte bzw. ein Viertel der jeweiligen Märkte. Geplant sind auch Gespräche mit Banken und Unternehmen.

Deutsche Fondsexperten betrachten die Initiative mit Interesse. „Vorstöße in diese Richtung sind zwar nicht neu, aber es ist das erste Mal, dass sich namhafte Asset Manager zusammenschließen“, sagt Michael Hünseler vom Research bei Deka Investment.

Die wichtigste Forderung der Fondsmanager ist der Ruf nach Anlegerschutzklauseln (Covenants). Die gibt es zwar häufig bei jenen Bonds, die Ratingagenturen als spekulativ einstufen, aber nur äußerst selten bei den in der sicheren Investitionsklasse eingeordneten Anleihen. Werden diese vertraglich vereinbarten Covenants nicht eingehalten, werden die entsprechenden Anleihen sofort fällig.

„Wir analysieren zwar die Kreditrisiken. Bei unerwarteten Ereignissen sind wir aber machtlos und können viel Geld verlieren. Deshalb sind Covenants nötig“, erklärt Wilson-Smith von M&G. Als unerwartete Ereignisse gelten etwa eine Änderung der Eigentümerstruktur oder der Verkauf großer Unternehmensteile. Covenants sollten nicht als Zeichen der Schwäche eines Unternehmens gesehen werden, sondern als zusätzliche Sicherheit, die Anleihen auch im Handel stabilisiere, sagt Wilson-Smith.

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