Insolventer Brennstoffhersteller: Online-Portal für German Pellets-Anleger

Insolventer Brennstoffhersteller
Online-Portal für German Pellets-Anleger

Die vorläufige Insolvenzverwalterin der German Pellets GmbH hat eine Internetseite eingerichtet, auf der sich Gläubiger informieren können. Vor dem Anmelden ihrer Forderungen brauchen sie aber Geduld.

WismarAnleger beim insolventen Holzverarbeiter German Pellets in Wismar können sich elektronisch als Gläubiger registrieren lassen. Wie ein Sprecher der vorläufigen Insolvenzverwalterin Bettina Schmudde sagte, ist dazu eine Internet-Seite eingerichtet worden. Diese informiere über aktuelle Entwicklungen im Unternehmen und biete in Kürze auch die Möglichkeit zur kostenlosen Registrierung.

Ihre konkreten Forderungen könnten die Inhaber von Anleihen, Genussscheinen und Genussrechten aber erst nach Eröffnung des jeweiligen Insolvenzverfahrens geltend machen. Wann es so weit ist, könne derzeit noch nicht gesagt werden, da die Bestandsaufnahme in dem weit verzweigten Geflecht von weltweit knapp 30 Firmen andauere, sagte der Sprecher.

Die German Pellets-Gruppe, die nach eigenen Angaben weltweit größter Produzent und Händler von Holzschnitzeln zum Heizen war, hatte ihre jahrelange Expansion maßgeblich mit Anleihen finanziert und steht bei Anlegern mit mehr als 220 Millionen Euro in der Schuld. Zunächst war von 12.000 Betroffenen die Rede, die hochverzinste Anleihen und Rechte erworben hatten. „Es könnten aber auch deutlich mehr sein“, sagte der Sprecher Schmuddes.

Dass sich German Pellets in Schwierigkeiten befindet, hätte den Anleiheinhabern spätestens seit dem 25. Januar klar sein können, an diesem Tag lud das Unternehmen zu einer Gläubigerversammlung ein, die für den 10. Februar geplant war. Einen Tag zuvor wurde das Treffen mit den Anlegern jedoch abgesagt.

Ursprünglich sollten die Anleger dort einer Laufzeitverlängerung der im April fälligen Anleihe (WKN: A1H3J6) um zwei Jahre und einem Zinssatz von jährlich 5,25 statt bisher 7,25 Prozent zustimmen. Zugleich sollte die Anleihe durch 50 Prozent der Gesellschafteranteile an German Pellets erstrangig besichert werden - was das Unternehmen als „Aufwertung“ beworben hatte.

Am 10. Februar meldete German Pellets dann Insolvenz an. Ein Antrag auf Eigenverwaltung wurde vom Insolvenzgericht Schwerin jedoch schnell abgelehnt. Stattdessen wurde Bettina Schmudde als vorläufige Verwalterin bestellt.

Rumort hatte es rund um German Pellets schon seit Mitte Januar dieses Jahres als die Anleihekurse einzubrechen begannen. Zum Jahresanfang hatte die im April fällige Anleihe noch bei 96 Prozent notiert, Ende Januar stand sie nur noch bei knapp 17 Prozent. Kurz nach Bekanntwerden des Insolvenzantrags wurden die Anleihe vom Handel ausgesetzt. Seitdem haben Anleger auch ihre letzte Handlungsmöglichkeit verloren. Wer die Papiere zum Tiefstkurs verkaufte, erlitt zwar auch annähernd einen Totalverlust, doch dieser lässt sich wenigstens noch steuerlich absetzen. Nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit ist das nicht mehr möglich.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Handelsblatt-Finanzkorrespondentin Katharina Schneider.
Katharina Schneider
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin
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