Investmentbanking
Anleihe-Geschäft stützt die Banken

Anleiheplatzierungen boomen und haben den Banken im ersten Quartal gute Geschäfte beschert. Als ein großer Treiber gilt das Geschäft mit neuen Firmenbonds. Doch das blühende Bond-Geschäft kann die sinkenden Einnahmen in anderen Geschäftsbereichen nicht ausgleichen.

FRANKFURT. Der Boom bei Anleiheplatzierungen hat Banken im ersten Quartal einträgliche Geschäfte beschert. Institute, die als Konsortialführer Bond-Emissionen in Europa begleiteten, kassierten dafür 1,7 Mrd. Dollar an Gebühren. Das ist nach Daten des Informationsdienstes Freeman fast doppelt so viel wie in den ersten drei Monaten 2008.

Das blühende Bond-Geschäft konnte indes die sinkenden Gebühren im Geschäft mit Aktienplatzierungen, Fusionen und Übernahmen sowie syndizierten Krediten nicht ausgleichen. Insgesamt sanken die Gebühren im europäischen Investment-Banking um 45 Prozent auf gut vier Mrd. Dollar.

Im deutschen Investment-Banking nahmen die Banken 456 Mio. Dollar ein und damit gut 30 Prozent weniger. Spitzenreiter bei den Gebühreneinnahmen in Deutschland ist Unicredit. Die Italiener lagen auf der kurzen Rangliste für deutsche Aktiengeschäfte vorn und bei Bondplatzierungen auf Rang fünf. Spitzenreiter bei deutschen Anleihedeals und bei Fusionen und Übernahmen (M&A) ist erneut die Deutsche Bank.

Banker sind zuversichtlich, dass sie sich auch in den nächsten Quartalen zumindest auf viele Anleiheplatzierungen stützen können. Als ein großer Treiber gilt das Geschäft mit neuen Firmenbonds. Internationale Unternehmen abseits der Finanzbranche haben laut Commerzbank im ersten Quartal auf Euro lautende Anleihen im Rekordwert von rund 110 Mrd. Euro platziert. „Unternehmen werden auch weiter noch viele Anleihen begeben“, sagt Markus Steilen, der bei der Commerzbank im Syndikat Emissionen von Unternehmensanleihen betreut. Auch Joachim von Schorlemer, Deutschlandchef von BNP Paribas ist optimistisch: „Viele Unternehmen, die im vergangenen Jahr noch zögerlich waren, gehen jetzt an den Markt“. Teils nutzten sie die Gelegenheit und legten sich einen „Liquiditätsvorrat“ an, um nicht so stark von Bankkrediten abhängig zu sein.

Die größte Anleihe eines deutschen Konzerns kam im ersten Quartal mit vier Mrd. Euro von Siemens. Größter internationaler Emittent seit vielen Jahren war Roche. Der Pharmakonzern holte sich über mehrere Emissionen insgesamt mehr als 30 Mrd. Dollar, um die Übernahme der US-Tochter Genentech zu finanzieren. Als gutes Zeichen für die Aufnahmebereitschaft der Investoren wertet Steilen, dass jüngst mit dem Stahlkonzern Voestalpine und der Brauerei Heineken auch Firmen ohne Bonitätsnote einer Ratingagentur am Kapitalmarkt aktiv werden konnten.

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