Investmentidee
Anleger greifen bei Hybrid-Anleihen wieder zu

In den vergangenen Wochen haben viele Unternehmen deutlich überzeichnete herkömmliche Bonds platziert. Doch Investoren kaufen am Anleihemarkt auch wieder riskantere Zinspapiere. Mit Hybrid-Bonds können Anleger nach Meinung von Experten Anleihen bonitätsstarker Unternehmen mit relativ geringem Ausfallrisiko aber vergleichsweise hoher Rendite kaufen. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.

FRANKFURT. Hybrid-Anleihen sind nachrangig im Vergleich zu herkömmlichen Bonds, das heißt, im Pleitefall bekommen die Besitzer der hybriden Papiere ihr Geld erst nach den anderen Anleihebesitzern zurück. Zudem werden die Zinsen nur dann gezahlt, wenn die Unternehmen Dividenden zahlen oder bestimmte Finanzkennzahlen erreichen. Außerdem haben die Papiere in der Regel keine feste oder eine sehr lange Laufzeit. Unternehmen können sie dafür zum Teil auf ihr Eigenkapital anrechnen.

Voestalpine verkaufte am vergangenen Montag eine Hybrid-Anleihe über eine Mrd. Euro. Mit dem Bond wollen die Österreicher einen Teil des Kaufs des Konkurrenten Böhler-Uddeholm refinanzieren. Nach Angaben der Konsortialführer Dresdner Kleinwort, UBS und Erste Bank war die Emission schon nach wenigen Stunden dreifach überzeichnet. Banker rechnen damit, dass bald noch mehr Unternehmen dem Beispiel von Voestalpine folgen werden. So hatte die österreichische Holdinggesellschaft A-Tec Industries im Juli angesichts der Turbulenzen an den Kapitalmärkten Emissionspläne zurückgestellt.

Die Anleihe von Voestalpine hat eine unendliche Laufzeit und kann nach frühestens sieben Jahren gekündigt werden. Bis Oktober 2014 hat sie einen Kupon von 7,125 Prozent, der sich deutlich erhöht, wenn die Anleihe nicht vorzeitig getilgt wird. Voestalpine bietet damit eine höhere Rendite als viele andere Emittenten für hybride Papiere. Dies liegt daran, dass Voestalpine keine Bonitätsnote von den großen Ratingagenturen hat.

Privatanlegern raten Strategen vor allem zu Bonds von Emittenten mit guten Ratings. Die Bonitätsnoten der Hybrid-Anleihen liegen wegen des höheren Risikos meist zwei bis drei Stufen unter den Ratings der Emittenten. „Mit Hybrid-Bonds können Anleger Anleihen bonitätsstarker Unternehmen mit relativ geringem Ausfallrisiko aber vergleichsweise hoher Rendite kaufen“, sagt Rolf Schäffer, Kreditanalyst bei der Landesbank Baden-Württemberg. Deshalb seien die Papiere für Privatanleger eine gute Alternative zu Junk-Bonds, also zu Anleihen von Unternehmen mit schwachen Ratings. Auch Sven Kreitmair, Ko-Leiter des Researchs für Unternehmensanleihen bei Unicredit, hält die Papiere als Beimischung im Depot für interessant. Die Strategen von Dresdner Kleinwort finden die Hybrids aktuell zwar etwas teuer, aber dennoch einen Blick wert. Seit der Leitzinssenkung der US-Notenbank vor fünf Wochen sind die Kurse der Hybriden wieder gestiegen. Dennoch böten sie immer noch mehr Rendite als im Juni, sagt Schäffer.

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