Investmentidee des Tages
Neue Anleihe lockt mit hoher Rendite

Deutschlands größter Baustoffhersteller Heidelberg Cement geht bei der Refinanzierung neue Wege. Seit Anfang des Monats vermarktet der Konzern eine Anleihe, die sich vor allem an Kleininvestoren richtet. Fachleute finden die Konditionen attraktiv.

FRANKFURT. Man habe Anfragen von Privatanlegern bekommen und angesichts des aktuellen Refinanzierungsbedarfs eine entsprechende Anleihe (WKN: A0TKUU) aufgelegt, heißt es in der Konzernzentrale. Heidelberg Cement hat jüngst den britischen Baustoffhersteller Hanson für rund 14 Mrd. Euro übernommen und dies zunächst vor allem über Bankkredite finanziert. Diese sollen zum Teil durch Bonds abgelöst werden.

Die neue Anleihe für Privatanleger ist in Teile mit einem Nominalwert von 1 000 Euro gestückelt. Sie hat eine Laufzeit von gut zehn Jahren und rentiert auf Basis des Ausgabekurses mit 6,44 Prozent pro Jahr. "Das ist im Vergleich zu anderen Unternehmensanleihen attraktiv", sagt Jochen Schlachter, Analyst bei Unicredit. Auch Christophe Boulanger von Dresdner Kleinwort nennt die Konditionen interessant.

Die hohe Rendite erklärt sich auch aus der nur mittelmäßigen Bonität des Konzerns. Die Ratingagenturen Standard & Poor's (S&P), Fitch und Moody's bewerten die Kreditwürdigkeit des im MDax-gelisteten Unternehmens mit den Noten "BBB-" und "Baa3" und damit auf der untersten Stufe des noch sicheren Investment-Grades. Die Ratingausblicke sind bei S&P und Moody's negativ, beide Agenturen hatten die Ratings zuletzt aber auf Investment-Grade angehoben.

"Alles in allem ist der Konzern in seiner Ratingkategorie gut positioniert, nur Spielraum für weitere große Zukäufe gibt es nicht", meint Boulanger. Das Management von Heidelberg Cement hat sich öffentlich dazu bekannt, die Ratings halten zu wollen. "Heidelberg Cement hat durch ein striktes Kostenmanagement und Restrukturierung die Margen stetig erhöht und gleichzeitig in wichtigen Zukunftsmärkten wie Indien und China Fuß gefasst", meint Schlachter. Dies sollte weiter für einen hohen Cash-Flow sorgen.

Die Übernahme von Hanson hat die Verschuldung von Heidelberg Cement zwar deutlich erhöht. Der Konzern sei aber auf gutem Wege, die Verschuldung wieder abzubauen, meint Schlachter. So hat der Zementhersteller bereits eine Kapitalerhöhung durchgeführt und die auf das Endkundengeschäft spezialisierte Tochter Maxit verkauft. Zuvor hatten sich die Heidelberger bereits von der Minderheitsbeteiligung an der französischen Vicat getrennt, in dieser Woche wurden Beteiligungen in Niger und Nigeria verkauft.

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