Investmentidee
Lanxess lockt mit Rendite

Anleger, die nach vergleichsweise soliden Anleihen mit hohen Renditen suchen, werden bei Lanxess fündig. Der einzige Bond des Spezialchemiekonzerns wird in gut vier Jahren fällig und rentiert mit über sechs Prozent. Auch Analysten halten die Anleihe für interessant. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.

FRANKFURT. Dabei bescheinigen die Ratingagenturen Standard & Poor?s (S&P), Fitch und Moody?s dem im MDax notierten Konzern mit den Ratings "BBB" beziehungsweise "Baa2" eine recht ordentliche Bonität, die zwei Stufen über dem Non-Investment-Grade für schwächere Schuldner liegt.

"Gemessen an Rendite, Laufzeit und Ratings ist der Bond von Lanxess im Vergleich zu anderen Unternehmensanleihen attraktiv", urteilt Torsten Hähn, Analyst für Unternehmensanleihen bei der WGZ Bank. Auch Jochen Schlachter von Unicredit hält das Risiko für Anleger bei der Lanxess -Anleihe mit Blick auf einen möglichen Zahlungsausfall für überschaubar. Im Zuge der Finanzmarktkrise fürchtet er allerdings, dass der Kurs der Anleihe noch weiter unter Druck kommt und die Rendite im Gegenzug weiter steigt. "Die Furcht vor weiter steigenden Risikoaufschlägen und fallenden Kursen von Unternehmensanleihen hält gerade professionelle Investoren davon ab, bei der Lanxess -Anleihe zuzugreifen", meint auch Hähn.

Lanxess gilt als relativ zyklischer Wert. "Im Zuge einer sich abschwächenden Weltwirtschaft könnte Lanxess deshalb stärker in Mitleidenschaft gezogen werden als größere, diversifiziertere Chemie- und Pharmakonzerne wie BASF oder Bayer", sagt Schlachter. Lanxess wurde 2005 von Bayer abgespalten und stellt Kautschuke, Kunststoffe, synthetische Fasern und Chemikalien für die Leder-, Textil- und Papierindustrie her.

Immerhin nähere sich Lanxess bei den Margen den Wettbewerbern an, sagt Schlachter. Zuletzt hat das Unternehmen die Ebitda-Marge auf 10,9 Prozent gesteigert. Sie zeigt, wie profitabel ein Unternehmen vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) wirtschaftet. Für dieses Jahr peilt Lanxess eine Ebitda-Marge von 12,5 Prozent an. Damit würde die ehemalige Bayer -Tochter ihr Ziel ein Jahr früher erreichen als geplant. Michael Renner von der DZ Bank wertet dies in einer Studie als "Beleg dafür, dass Lanxess den Turnaround endgültig geschafft hat".

Als größtes Risiko für die Bonität und damit die Anleihe des Leverkusener Konzerns gilt indes eine größere fremdfinanzierte Übernahme. Vor gut einem Jahr war das Unternehmen noch an einer Übernahme der Chemieaktivitäten der damaligen Degussa - heute Evonik - interessiert und hätte dafür auch ein Rating im Non-Investment-Grade in Kauf genommen. Diese Übernahme ist laut Lanxess -Chef Axel Heitmann jetzt kein Thema mehr. Zuletzt betonte die Konzernspitze zudem mehrfach, sie wolle Ratings im Investment-Grade halten und verfolge eher kleinere bis mittlere Übernahmen wie zuletzt mit dem Kauf des Mehrheitsanteils an dem brasilianischen Kautschukhersteller Petroflex. "Wir erwarten, dass kleinere Übernahmen das Rating nicht gefährden würden", sagt Schlachter von Unicredit. Bei mittelgroßen Übernahmen hänge der Erhalt der Bonitätsnote stark von der gewählten Finanzierungsstruktur ab.

Die DZ Bank sieht zwar "mittel- bis langfristig" nach wie vor das Risiko einer fremdfinanzierten Großakquisition. Gegenwärtig hält sie das Marktumfeld hierfür allerdings nicht für günstig. Von daher erwartet sie kurzfristig keinen Druck auf das Lanxess -Rating. Angesichts der hohen Renditen, die Unternehmen mit Non-Investment-Grade-Rating im Zuge der Kreditkrise für ihre Anleihen zahlen müssen, hält es auch Hähn von der WGZ Bank für schwer vorstellbar, dass Lanxess das aktuelle Rating durch eine große Übernahme gefährdet.

Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin
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