Investoren bleiben mutig
Bundesanleihen verdauen Kurseinbruch

Deutsche Staatsanleihen dümpeln um ihren Vortageskurs. Risikofreudige Anleger haben am Vortag den Kurs der Bundesanleihen einbrechen lassen. Der US-Etatstreit schaukelt weiterhin die Märkte durch.
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Die deutschen Bundesanleihen haben am Donnerstag nur anfänglich leichte Kurgewinne verzeichnet. Die relative Sicherheit der deutschen Staatsanleihen war wieder mehr gefragt, nachdem neue Besorgnis über die US-Haushaltsprobleme aufkam. Im Verlauf pendelte der Kurs der Bunds um die Vortageswerte.

Die deutschen Arbeitslosenzahlen für Dezember wiesen saisonbereinigt einen geringeren Anstieg aus als erwartet. Wie die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte, erhöhte sich die Zahl der Erwerbslosen um 3000, in einer Umfrage von Bloomberg News war mit einer Erhöhung um 10.000 gerechnet worden. Die Arbeitslosenrate blieb saisonbereinigt mit 6,9 Prozent unverändert gegenüber dem Vormonat.

Die Rendite der Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren, die am Mittwoch um bis zu 13 Basispunkte gestiegen war, lag zuletzt kaum verändert bei 1,44 Prozent. Der Terminkontrakt Bund-Future fiel um einen Basispunkt auf 144,06 Prozent.

„Es ist viel zu früh, um auf weitere große Verluste zu setzten”, schrieb Ulrich Wortberg, Stratege bei der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen in Frankfurt in einer Kundennotiz. Stattdessen zeige sich Potenzial für einen Stabilisierungstrend nach den Vortagesverlusten, zumal es unwahrscheinlich sei, dass die Fundamentaldaten einen großen negativen Anreiz lieferten, fügte er an.

Zehnjährige Staatsanleihen von Italien und Spanien konnten die kräftigen Vortagsgewinne nicht halten, sondern gaben leicht nach. Die Renditen stiegen auf 4,29 Prozent beziehungsweise 5,01 Prozent. Die zehnjährige Portugal-Rendite sank dagegen weiter und lag zuletzt vier Basispunkte niedriger bei 6,34 Prozent.

Am Primärmarkt ist Frankreich aufgetreten und hat insgesamt 7,99 Mrd. Euro über Anleihen mit den Fälligkeiten 2019, 2020, 2022 und 2032 aufgenommen. Die 2022 fälligen Papiere im Volumen von 3,53 Mrd. Euro kamen mit einer rekordniedrigen durchschnittlichen Rendite von 2,07 Prozent an den Markt, nach 2,22 Prozent am 31. Oktober.

Am Markt für US-Staatsanleihen waren die Kurse nach anfänglichen leichten Gewinnen zuletzt kaum verändert zum Vortag. Investoren spekulierten, dass der Haushaltskompromiss zwar eine Rezession verhindern, durch die Steuererhöhungen aber doch das Wachstum verlangsamen wird. Die Rendite der zehnjährigen Treasuries sank um einen Basispunkt auf 1,83 Prozent.

Die Federal Reserve wird im Rahmen ihres neuen Bondkaufprogramms im Tagesverlauf bis zu 5,25 Mrd. Dollar an Treasuries mit Fälligkeit von Januar 2017 bis September 2017 kaufen.

 
Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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