Investoren
Rentenanleger gehen nach US-Jobreport auf Nummer sicher

Angesichts der anhaltend schwierigen Situation auf dem US-Arbeitsmarkt haben Renteninvestoren sichere Häfen gesucht. Bundesanleihen waren sehr beliebt.
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FrankfurtEine hohe Nachfrage nach Bundesanleihen ließ die Rendite für zehnjährige Papiere bis auf 1,665 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit einem halben Jahr fallen. Unbeliebt waren dagegen Anleihen aus Italien, Spanien und Portugal. Die Schwierigkeiten der USA erhöhe den ohnehin schon großen Druck auf deren Volkswirtschaften, begründeten Händler. Ausfallversicherungen auf Anleihen aus den südeuropäischen Ländern verteuerten sich.

Die Arbeitslosenquote in den USA ist im März zwar leicht auf 8,2 (Februar: 8,3) Prozent gesunken und befindet sich damit auf dem niedrigsten Stand seit Januar 2009. Die Zahl der neu geschaffenen Stellen blieb laut dem am Karfreitag veröffentlichten Report mit 120.000 (Prognose: 203.000) aber weit unter den Erwartungen. Investoren glaubten nun immer weniger, dass die USA die von europäischer Schuldenkrise und nachlassendem chinesischen Wachstum gezeichnete Weltwirtschaft stabilisieren könnten, sagte LBBW-Analyst Uwe Streich.

Eher verhaltene Töne kamen auch aus der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft: China hat im März zwar überraschend einen Handelsbilanzüberschuss erzielt, das Plus bei Aus- und Einfuhren fiel aber deutlich geringer aus als noch im Februar. Dies verstärkte die Sorgen über die chinesischen Wachstumsperspektiven, sagten Händler. Deutsche Exporteure hielten sich im Februar recht wacker und verzeichneten ein Plus von 1,6 Prozent zum Januar. Was für China ein Desaster wäre, reichte hiesigen Analysten für Lob: „Auf die deutschen Exportzahlen ist Verlass: Sie haben gegen den allgemeinen Trend in der Wirtschaft im Februar den zweiten Monat in Folge zugelegt“, sagte Analyst Carsten Brzeski von der ING Bank. „Ein von mildem Wetter getriebener Aufschwung am Bau, die durchwachsenen Industriedaten und die Handelszahlen von heute haben das Potenzial, die Wirtschaft aus der Rezessionsgefahrenzone zu hieven.“

Euro-Investoren beeindruckte das allerdings wenig. Sie orientierten sich vielmehr an einer überraschend skeptischen Konjunktureinschätzung für die Euro-Zone. Der Sentix-Index für April sackte auf minus 14,7 (März: minus 8,2) Punkte ab; wobei sowohl die aktuelle Lage als auch die Aussichten düsterer als zuletzt bewertet wurden. Der Euro gab bis auf 1,3071 Dollar nach, im späten Vortagesgeschäft war die Gemeinschaftswährung noch um 1,3106 Dollar gehandelt worden. Vor den Osterfeiertagen hatte er in etwa auf dem aktuellen Stand notiert.

Auch in Japan blieb die Stimmung eher gedämpft, nachdem die Bank of Japan nach ihrer Zinssitzung die Hoffnung auf noch mehr billiges Geld enttäuscht hat. Der Yen legte daraufhin 0,4 Prozent zum Dollar und 0,5 Prozent zum Euro zu. Vielmehr Potenzial sahen Analysten allerdings nicht, da viele von ihnen nun eine erneute Lockerung der Geldpolitik Ende des Monats erwarten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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