Investoren stecken weniger Kapital in Staatsanleihen
Asiatische Investoren kaufen US-Firmenbonds

Asiatische Investoren wie Sompo Japan Asset Management bauen ihre Investments in festverzinsliche US-Wertpapiere aus. Nachdem sie in den vergangenen beiden Jahren US-Staatsanleihen gekauft haben, floss in den vergangenen Wochen mehr Kapital in US-Unternehmensanleihen.

Bloomberg TOKIO. Im Februar kletterten die ausländischen Käufe von US-Unternehmensanleihen um 72 Prozent gegenüber Januar. „Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um Unternehmensanleihen zu kaufen“, sagt Satoshi Asai, Fondsmanager bei Sompo Japan in Tokio. „Es lohnt sich, von Treasuries in Unternehmensanleihen umzuschichten.“ Denn Unternehmensanleihen haben im Gegensatz zu Treasuries einen Renditeaufschlag. Und der ist so hoch wie seit Jahren nicht mehr.

Die Entscheidung von Standard & Poor’s, in der vergangenen Woche die Bonität von General Motors Corp., dem weltgrößten Autohersteller, auf „Junk-Niveau“ herabzusetzen, hat die Renditen von Unternehmensanleihen weiter nach oben getrieben. Der Risikoaufschlag von Unternehmenspapieren der Investment-Grade-Kategorie gegenüber Treasuries, hat sich auf 105,78 Basispunkte ausgeweitet, gegenüber 83,5 Basispunkte zum Jahresende, zeigen die Daten von Merrill Lynch & Co.

„Unternehmensanleihen haben ein besseres Renditepotenzial“, erläutert Denise Cheung, Fondsmanagerin bei BOCI-Prudential Asset Management in Hongkong. „Anleihen mit einer Spitzenbonität bieten in den nächsten Monaten weniger Volatilität und eine stabilere Performance als US-Staatsanleihen.“ Vor allem Unternehmensanleihen mit einem Bonitätsranking von AA haben sich im vergangenen Jahr besser entwickelt als US-Staatsanleihen.

Ausländische Investoren haben in den zwölf Monaten bis Februar 319,2 Mrd. Dollar in US-Unternehmensanleihen gesteckt, 23 Prozent mehr als im vorherigen Zwölfmonats-Zeitraum. Der Kapitalzufluss in US-Staatsanleihen ist nur noch um 1,2 Prozent auf 353,1 Mrd. Dollar gestiegen.

Asiatische Investoren halten etwa 57 Prozent der 1,996 Billion Dollar an Treasuries, die sich in ausländischem Besitz befinden. Doch das starke Engagement des Auslands birgt auch Risiken. Bleibt die Nachfrage der ausländischen Investoren nach Treasuries aus, verteuert das in den USA die Fremdkapitalkosten für Staat, Unternehmen und Hausbesitzer. Gleichzeitig hat der Kapitalfluss aus Asien die Renditen der Staatsanleihen sinken lassen.

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