Investoren zeigen sich risikofreudig
Firmen platzieren wieder Junk-Bonds

Die gestiegene Risikofreude der Investoren kommt so langsam auch Unternehmen mit schwacher Bonität zugute, die neue Anleihen begeben wollen.

FRANKFURT. In den vergangenen Wochen haben sich in Europa mehrere Firmen an den Markt gewagt und neue sogenannte Junk-Bonds begeben. Dies sei ein gutes Zeichen für den Markt, eine Emissionsflut sei aber nicht zu erwarten, sagt Stefan Isaacs, Fondsmanager für Junk-Bonds bei M&G.

In den USA ist der Markt auch für schwache Emittenten schon länger wieder offen. Zuletzt fand sogar der gebeutelte US-Autokonzern Ford Investoren für eine neue Anleihe über gut eine Mrd. Dollar. Ford gilt mit Bonitätsnoten der Ratingagenturen im Bereich Dreifach-C als äußerst fragwürdiger Schuldner. Der Markt für US-Junk-Bonds ist zehnmal größer als der europäische.

Diesseits des Atlantiks wagen sich bislang auch nur die Firmen mit neuen Anleihen an den Markt, die zu den besseren Junk-Schuldnern mit Ratings von schlechtestens Einfach-B gehören.

So kündigte gestern der Gesundheitskonzern Fresenius eine neue Anleihe an. Fresenius wird von der Ratingagentur Moody?s mit der besten Junk-Note "Ba1" und von Standard & Poor?s (S&P) mit dem eine Stufe darunter liegenden "BB" eingestuft. Im Januar hatte Fresenius als erstes europäisches Unternehmen seit Sommer 2007 einen Junk-Bond platziert. Damals bot der Konzern für eine siebenjährige Anleihe über 275 Mio. Euro einen Zinsschein von 8,75 Prozent. Zur jetzt geplanten Emission ist bislang nur bekannt, dass das Volumen mit 125 Mio. Euro klein ausfallen wird.

Die mit 800 Mio. Euro bislang größte Junk-Emission in diesem Jahr kam Ende vergangener Woche von Pernod-Ricard. Der Konzern hat die besten Junk-Ratings von S&P und Moody?s. Die Anleihe des Spirituosenhersteller wird in fünfeinhalb Jahren fällig und verzinst sich mit sieben Prozent.

Kleinere Aufstockungen bestehender Bonds gab es zudem zuletzt vom finnischen Papierhersteller Stora Enso, dem dänischen Kabelbetreiber UPC und dem britischen Kabelbetreiber Virgin Media. Ihre Ratings sind etwas schlechter als die von Fresenius und Pernod-Ricard. Als Kandidaten für weitere Junk-Emissionen gelten laut Händlern die Autokonzerne Fiat, Renault und Peugeot und der Zementhersteller Lafarge.

Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin
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