Italien-Referendum als Test
Europäische Staatsanleihen sind plötzlich angreifbar

Die EZB hat mit billigem Geld den Anleihenmarkt massiv beeinflusst. Die Renditen sind gesunken, der Spread zwischen Bonds aus Deutschland und Südeuropa ebenso. Doch vor dem Votum in Italien hat sich das Blatt gewendet.
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Die Europäische Zentralbank (EZB) hat mit ihrem umstrittenen Anleihenkaufprogramm in Höhe von monatlich 80 Milliarden Euro den Rentenmarkt massiv beeinflusst. Die Renditen sind deutlich gesunken, die Kurse entsprechend gestiegen. Derzeit gehen die meisten Investoren davon aus, dass die EZB noch im November ihr Kaufprogramm über das eigentliche Ende im März 2017 ausweitet. Allerdings gibt es auch Daten, die dagegen sprechen. Die Inflation zieht an – mittlerweile steht sie in Deutschland bei 0,8 Prozent. Experten erwarten aufgrund der steigenden Energiepreise künftig eine noch höhere Inflation.

Am 8. Dezember tagt der EZB-Rat das letzte Mal in diesem Jahr. Falls die Notenbank dort die steigende Inflation als Bestätigung ihrer geldpolitischen Anreize wertet, dann würden Investoren sicherlich ihre Wetten über eine Ausweitung des Anleihekaufprogramms zurückfahren.

Doch nicht nur die EZB beeinflusst den Rentenmarkt. Auch die Politik ist in der Lage, die Anleihekurse weiter sinken zu lassen. Die Reaktionen auf das überraschende Brexit-Votum der Briten und die Wahl von Donald Trump als US-Präsident liefern hier gutes Anschauungsmaterial.

Der nächste Lackmustest: Das Italien-Referendum am Wochenende, bei dem es um eine Beschneidung der Macht des Senats geht. Das Vorhaben zielt auf ein effektiveres Funktionieren der italienischen Legislative, hat sich allerdings de facto zu einem Vertrauensvotum über Regierungschef Matteo Renzi entwickelt und könnte das Ende seiner Regierung bedeuten.

„Die Idee, dass die Geldpolitik in ihrer jetzigen Form auf Dauer bleibt, ist bedroht. Da auch die politischen Risiken gestiegen sind, werden höhere Risikoaufschläge verlangt“, sagt Jack Kelly, Vermögensverwalter bei Standard Life Investments Ltd. in Edinburgh. „Das Vertrauen in die Beständigkeit der Käufe seitens der Zentralbank ist sehr fragil.“

Viele Investoren sind bei den großen politischen Abstimmungen in diesem Jahr auf dem falschen Fuß erwischt worden und wollen diesen Fehler im Fall Italiens nun nicht wiederholen. Die letzten Umfragen zum Verfassungsreferendum vor der zweiwöchigen Sperre der Demoskopen deuteten auf eine knappe Niederlage von Renzi an diesem Sonntag hin.

Das Gefühl des erhöhten Risikos zeigt sich am deutlichsten an den Staatsanleihen von Ländern aus der Euro-Peripherie. Die Renditeaufschläge italienischer und spanischer Papiere gegenüber den deutschen Benchmarkanleihen sind fast auf dem höchsten Niveau der vergangenen zweieinhalb Jahre angekommen. Kelly sagt, er sei „etwas untergewichtet“ bei Peripherieanleihen.

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  • Die Energiewende kann kein bloßer Wechsel von Energieträger A zu B sein. Da gebe ich Ihnen völlig Recht. Energie muss dort erzeugt werden, wo sie gebraucht wird, sprich dezentral. Jedoch muss dezentrale Erzeugung die gleiche Effizienz haben, wie zentrale Erzeugung abzgl. Verteilungsverlust. Wir zahlen daher im Moment doppelt. Zum einen für die Aufrechterhaltung bzw. Rückbau der zentralen Erzeugung und zum anderen für den Aufbau der dezentralen Erzeugung. Streitbar ist das Wie und das Wie schnell. Unstreitig dürfte sein, dass das Verbrauchen von fossilen Trägern endlich ist.

  • :-)
    Unsere gesamte Theorie zur Volkswirtschaft baut auf die Arbeitswerttheorie von Marx auf. Je mehr Arbeit in ein Produkt fließt um so höher sind die Kosten. Jedoch definiert sich der Wert (Preis) anhand der Zahlungsbereitschaft des Käufers. Nach Marx: wer billiger produziert gewinnt.
    Die Arbeitswerttheorie klappt super, solange man sich im Industriekapitalismus bewegt und der Konsum hauptsächlich aus Waren/Gütern besteht. Die Theorie wird jedoch immer schwieriger je mehr die volkswirtschaftliche Leistung aus Dienstleistungen besteht. ... Wir stehen nicht vor einem ökonomischen Kollaps, sondern vor einem Versagen der Theorie. Wo wollen Sie in einer gesättigten Volkswirtschaft noch Wachstum durch Konsum erzielen? Durch mehr Autos, Kühlschränke etc.? Die nächsten Generationen werden deutlich weniger Waren konsumieren, dafür aber unendliche Mengen an Dienstleistungen. Dienstleistungen funktionieren aber nicht nach dem Prinzip "wer billiger produziert" ... Wir müssen also umdenken!!

  • @Jörg Blankenburg
    Mehrwert hat nichts mit der Mengenlehre im Sinne von Mehr zu tun.

    Beispiel:
    Der Mehrwert der Mobilität geht von Kriechen zum Laufen zum Rennen zum Fahrrad zum Auto über das Flugzeug zur Rakete über.

    Der Mehrwert für unser modernes Leben/Wohlstand hat sich von Verbrennen von Holz über Wind- und Wassermühlen hin zu den Dampf-Kraftwerken entwickelt. Mit unseren Kraftwerkmixpark aus Kohle, Gas und Uran haben wir jederzeit an jeden Ort Energie in Form von Wärme und Strom zur Verfügung.
    Mit Windmühlen und Solarparks machen wir einen gewaltigen Schritt wieder zurück. Vom Mehrwert eines Kraftwerkmixpark gehen wier einen Minderwertweg der sog. Energiewende.

    Mehrwert bedeutet nichts anderes...seinen jetzigen Lebensstandard immer weiter zu verbessern. Vom Überleben zum Leben zu kommen.

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